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Diskonto-Passage: Die Saarbrücker U-Bahn-Station ohne U-Bahn

Der Sommer ist die beste Zeit, um sich seine Region genauer anzuschauen – schließlich gibt es hier so manchen besonderen Fleck. Einer dieser Orte liegt mitten in der Landeshauptstadt: Es ist die Saarbrücker Diskonto-Passage.

Von SZ-Redaktionsmitglied Fabian Bosse

Saarbrücken. Mitten in der Saarbrücker Fußgängerzone gibt es einen sonderbaren Einstieg in die Unterwelt – die Diskonto-Passage. Als ich sie zum ersten Mal sah, dachte ich zunächst: Da geht’s zur U-Bahn. Vieles dort erinnert an einen Metro-Zugang. Die Rolltreppen, der pavillon-ähnliche Überbau und die über allem thronende Uhr. 

Das U-Bahn-Gefühl bleibt auch tief unten erhalten: Im verwinkelten Inneren strömen an den Läden und Ständen täglich tausende Menschen vorbei – mehr hektisch, als schlendernd. Die Diskonto-Passage gehört nicht zu den schönsten Orten Saarbrückens.Trotzdem ist sie einer der meist besuchten Plätze der Landeshauptstadtsagen die Betreiber. Wer in die Bahnhofstraße zum Einkaufen kommt, steigt auch hier hinunter. Und obwohl das Bummeln oben mehr Platz und angenehmere Aussichten verspricht, stehen die Händler Schlange. Zu 100 Prozent seien die Räume ausgelastet, sagt Jürgen Lichterfeld, Prokurist des Unternehmens H. A. Schneppendahl Schaltanlagenbau, einer der privaten Betreiber der Passage.

In der Passage gibt es alles, was man braucht.  Um die Mittagzeit kommen die Menschen aus den umliegenden Büros und Geschäften, um sich mit Döner, Pasta, Biosuppen, Pizza, Fisch, thailändischen Schnellgerichten, Wurst-Wecken oder frisch gepressten Säften zu versorgen. Außerdem gibt es dort einen Drogeriemarkt, Cafés, den Fanshop des FCS, ein Reisebüro, Bäcker und Metzger, Blumen, Gemüse und Früchte, Tücher, Handys, Zeitungen, Töpfe, Süßigkeiten und Eis. Dortkann man sich die Haare schneiden oder die Schuhe besohlen lassen.

Es gibt einen Fotoladen und einen Bio-Supermarkt. Auch das Karstadt-Kaufhaus ist von dort aus zu erreichen.  Im Grunde könnte man dort sorglos jahrelang leben, ohne auch nur einmal ans Tageslicht zu müssen.Die Passage entstand beim Bau des Karstadt-Gebäudes (1970-71) und des Diskonto-Hochhauses (1971-73). Sie wurde später beim Bau des Rathaus-Carrées (1995-98) erweitert. Die Diskonto-Passage und das gleichnamige Hochhaus sind in eine riesige Betonwanne gebettet. Diese schützt den Komplex vor Hochwasser „Es sei denn, das Hochwasser ist so hoch, dass es vom St. Johanner Markt durch die Eingänge hereinläuft“, sagt Jürgen Lichterfeld.Konkurrenz für die Diskonto-Passage wächstam anderen Ende der Bahnhofstraße: Im Herbst eröffnet dort die Europa-Galerie.Darauf wollen nun die Betreiber der Diskonto-Passage reagieren.  Lichterfeld bestätigt, dass man Gespräche mit dem zweiten Betreiber und Grundstücksbesitzer der Passage, der Bayrischen Versorgungskammer (BVK), führe. In naher Zukunft solle die Passage modernisiert und renoviert werden.

Und der sperrige Name „Diskonto“? Die Diskonto-Passage heißt so, weil die Ecke Bahnhofstraße/Dudweilerstraße einst Diskonto-Ecke hieß – nach einer gleichnamigen Bank. Deren Name prangte in einem goldenen Schriftzug am Haus und wurde zum Namensgeber für die Umgebung. Die Bank gibt es dort nicht mehr. Der Name blieb: für die Passage, die Schänke und das Hochhaus. Und für mich bleibt die Saarbrücker Diskonto-Passage der U-Bahn-Halt „Bahnhofstraße“.


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