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Diskussion beschließt Aktionstage in Saarbrücker Eisenbahnstraße

Während der Aktionstage in der Eisenbahnstraße eröffneten Anika Jose, Laura Merz, Katarzyna Rogala und Furkan Titiz eine Milchbar in einem leeren Laden.

Während der Aktionstage in der Eisenbahnstraße eröffneten Anika Jose, Laura Merz, Katarzyna Rogala und Furkan Titiz eine Milchbar in einem leeren Laden.

Der Abschluss der „Aktionstage Eisenbahnstraße“ empfahl sich als Plädoyer für Kommunikation als der Kraft, die über das Gelingen von Architektur entscheidet. Dazu eingeladen hatte die Schule für Architektur Saar (SAS) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule und dem Stadtplanungsamt (wir berichteten). „Wenn Bürger mitmachen dürfen, gibt es weniger Kritik“, weiß Architektin Johanna Treberspurg vom Wiener Architekturbüro „nonconform, architektur vor ort“.

Daher sieht „nonconform“ den „Bürger als Experten vor Ort“, den das Büro einbezieht, bevor ein Plan entsteht. Darauf hat sich „nonconform“ mit ihrer vom gemeinsamen Essen über den Internetblog vollgepackten „vor ort ideenwerkstatt“ spezialisiert. Jüngst hat das Büro auch in Illingen über drei Tage einen Plan für die Ortsmitte entwickelt.

Wie das in Saarbrücken möglich ist, erkundete die abschließende von SAS-Professorin Eve Hartnack begleitete Diskussionsrunde. Dass es auf den Dialog ankommt, bestätigte Igor Torres, Architekt und Mitinhaber des Büros „baubar“, aufgrund der Erfahrung mit seinen Führungen zum Thema Architektur der 1950er-Jahre in der Eisenbahnstraße.

Auch wenn Forderungen laut werden, die nicht im Sinne der Planer sind, meinte Thomas Hippchen, Stadtteilmanager in Alt-Saarbrücken: „Wenn man sich Zeit nimmt, kann es gut sein, dass mehr dabei herauskommt als die Forderung nach Parkplätzen.“ Auch die Zusammenarbeit von Architekten und Kommunikationsdesignern, wie sie gerade drei Tage lang erprobt wurde, könne dabei helfen, ergänzt Ivica Maksimovic, Professor für Kommunikationsdesign an der Saar-Kunsthochschule.

Nur war „nonconform“ mit seinen Projekten im ländlichen Raum erfolgreich, in dem ein Verweigern der Verwaltungsspitze sich im Ergebnis der nächsten Wahl niederschlägt, merkte Treberspurg an. Das ist in Saarbrücken, einer Großstadt, weitaus schwieriger, dämpfte Monika Kunz, Leiterin des Stadtplanungsamtes, die Erwartungen des Podiums. Derart, dass es eine „große Spannweite zwischen Idee und Nutzen“ gibt, wobei den Bürgern klar sein muss, „dass es eine Auswahl gibt.“ Ein Verfahren, das Ulrike Donie vom „Saarbrücker Bürgerforum“ mit ihrem Einwurf vor dem Hintergrund der „Stadtmitte am Fluss“-Bürgerwerkstätten nur zu gut kennt: „Was nützt die tollste Ideenwerkstatt, wenn die Politik sie nicht umsetzt?“

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