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Diskussionen und Aktion zum Frauentag

Saarbrücken. Als „Treppenwitz“ hat die saarländische Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die in den Medien jedes Jahr pünktlich zum 8. März gestellte Frage bezeichnet, ob wir einen Internationalen Frauentag heute wirklich noch brauchen. „Der Frauentag ist so notwendig wie in den vergangenen Jahren und wird auch in den nächsten Jahren notwendig sein“, rief Kramp-Karrenbauer ihren Zuhörerinnen bei der Saarbrücker Hauptveranstaltung zum Frauentag im Evangelischen Gemeindezentrum St. Johann zu. Peinlich allerdings für die Ministerin: Ihre Parteifreunde auf kommunalpolitischer Ebene sehen das offenbar anders.

CDU-Fraktion blieb fern
 
Denn bei der politischen Talkrunde mit den Spitzenkandidaten, die im Juni bei der Wahl des Saarbrücker Stadtrats antreten, waren die Christdemokraten nicht vertreten. „Die CDU sah sich nicht in der Lage, heute hier dabei zu sein“, sagte die Journalistin Inge von Bönninghausen, Moderatorin der Talkrunde. Dabei sei die CDU mehrfach gebeten worden, an der Veranstaltung teilzunehmen. Das Votum im Saal fiel eindeutig aus: Es gab Buhrufe für die derzeit stärkste Fraktion im Saarbrücker Stadtrat. Auch Friedhelm Fiedler, Spitzenkandidat der FDP, machte sich wenig Freundinnen, legte es aber auch gar nicht darauf an: Er wolle die Position seiner Fraktion darlegen und nicht „sagen, was sie gerne hören möchten“, sagte Fiedler.
 
Frauenquote in der Diskussion


So erteilte er etwa der Forderung der SPD – vertreten durch ihren Vorsitzenden Ralf Latz – und Claudia Willger-Lambert (Grüne) nach der Einführung einer Frauenquote in allen Parteien und in der Privatwirtschaft eine Absage. Denn Quote, so Fiedler, bedeute nicht unbedingt auch Qualität. Zugleich räumte er ein, dass es bei der FDP in Sachen Geschlechtergerechtigkeit noch Nachholbedarf gebe. Ein Umstand, den Fiedler mit seiner wiederholten Ankündigung, die FDP werde mit einer völlig neuen „Mannschaft“ zur Wahl antreten, unfreiwillig untermauerte.

Für die Frauenquote in Politik und Wirtschaft sprach sich neben Ralf Latz und Claudia Willger-Lambert auch Gabriele Ungers von den Linken aus. Einig waren sich dagegen alle bei der Diskussion vertretenen Vertreter der Parteien darüber, dass die Kinderbetreuung verbessert werden muss. Die Frauen müssten die Möglichkeit haben, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz rief die Frauen dazu auf, als Wählerinnen ihren Einfluss geltend zu machen. Die Frauenbewegung brauche „neuen Schwung“. Gefragt seien „mutige Frauen und mutige Männer“.
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