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Doch kein ECE für Homburg

So sollte das Homburger Einkaufszentrum aussehen.

So sollte das Homburger Einkaufszentrum aussehen.

Das seit langer Zeit geplante große Einkaufszentrum in der Homburger City wird nun doch nicht gebaut. Der Initiator, die Hamburger ECE Projektmanagement, verfolgt das Projekt nicht länger. Hauptgründe seien die nach einem Raumordnungsverfahren verfügte räumliche Begrenzung der Verkaufsfläche auf 16.500 Quadratmeter sowie zu erwartende Klagen von Nachbar-Kommunen gewesen. Dies teilte gestern die ECE Projektmanagement GmbH mit. Interessierte Mieter seien verunsichert worden. Man habe zudem die Grundstückskosten nicht mehr wirtschaftlich darstellen können.

Die Nachbar-Kommunen von Homburg und viele Vertreter der Saar-Wirtschaft reagieren erleichtert. Allerdings ist auch deutliche Kritik an der Stadt Homburg zu hören, die sich ganz auf das Einkaufszentrum konzentriert habe. Es fehlten gemeinsame Vorstellungen der Stadt mit der Kaufmannschaft, wie die City künftig attraktiver werden soll.
Einen solchen „Plan B“ vermisst etwa Leander Wappler, Leiter des Bereiches Handel, Stadtmarketing und Tourismus bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland. Der Image-Schaden für die Stadt sei jetzt wohl groß. Zumal sich die ECE-Entscheidung in der Branche herumspreche. Saarbrücken habe mit einem aktiven Stadtmarketing unter Einbeziehung der Händler vorgemacht, wie es erfolgreich funktioniert. Sogar die ursprünglich kritisierte Europa-Galerie und die benachbarte Bahnhofstraße ergänzten sich mittlerweile mit Vorteilen für alle Beteiligten. In Homburg habe sich jedoch auch die IHK für eine kleinere Lösung des ECE-Projektes ausgesprochen und vor Gefahren für Nachbar-Kommunen gewarnt.

Fabian Schulz, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistung, betont, schon im vereinfachten Raumordnungsverfahren habe man die 16.500 Quadratmeter Verkaufsfläche als weit überdimensioniert bezeichnet. Eine Stärkung der Innenstadt sei nicht zu erkennen. Auch Schulz kritisiert eine fehlende gemeinsame Strategie zur Stärkung der City.

 Erleichterung über den Ausgang ist aus St. Ingbert zu hören. Martina Quirin von der Wirtschaftsförderung der Stadt verweist auf eine einheitliche Ablehnung des Stadtrates und zahlreiche Bedenken aus der Händlerschaft sowie der Stadtplanung. Die ECE habe früher schon in St. Ingbert angeklopft und Interesse gezeigt an einem Standort im Industriegebiet Süd, etwa dem ehemaligen Kléber-Gelände oder dem leer stehenden Gebäude von Sinn. St. Ingbert sei nicht an einer solchen Ansiedlung interessiert. Der Gewerbeverband des Saarlandes (GVS) spricht vom ECE als „Innenstadtkiller“, den der inhabergeführte Einzelhandel mit Unterstützung vieler Unternehmervereinigungen verhindert habe. Professor Joachim Zentes, Chef des Instituts für Handel & Internationales Marketing, sieht den Beginn eines Gegentrends. Immer mehr ECE-Einkaufszentren hätten ihre Lebensdauer und ihren Zenit überschritten. Überall sei fast das gleiche Angebot zu finden. Diese Uniformität schade Innenstädten, die wieder mehr auf eine Mischung aus Handwerk, Fachgeschäften, Gastronomie und Erlebnis setzen sollten.

 

Hintergrund
Die ECE Projektmanagement GmbH mit Hauptsitz Hamburg wurde 1965 von Werner Otto gegründet, der auch den Otto Versand ins Leben gerufen hat. Die ECE entwickelt, baut, vermietet und betreibt Großimmobilien. Im Bereich innerstädtischer Einkaufszentren ist sie Marktführer in Europa mit Niederlassungen und Tochtergesellschaften in vielen Staaten. Zu bekannten Objekten gehören die Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig und die Potsdamer Platz Arkaden Berlin. An der Saar betreibt die ECE die Europa-Galerie Saarbrücken und das Saarpark-Center Neunkirchen. red
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