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Doch keine "Katzenplage" auf Quierschieder Grundstück

Quierschied. Über den unerträglichen Gestank von schätzungsweise 40 Katzen in seiner Nachbarschaft hat sich neulich ein Quierschieder Leser-Reporter beschwert (Saarbrücker Zeitung vom 6. Juni). Das Gelände wurde mittlerweile vom Leiter der Ortspolizeibehörde, Joachim Pfeiffer, einer Amtsveterinärin des Gesundheitsamtes Saarbrücken, einer Mitarbeiterin des Gesundheitsdienstes sowie von drei Vertretern des Vereins für Katzenfreunde begutachtet. Pfeiffer: „Es war eine junge Katze vor Ort, die Zustände in der Wohnung waren allerdings nicht zu beanstanden.“

Allerdings habe die Anwohnerin fremde und teilweise wilde Katzen aus der Umgebung angefüttert, zwölf bis 15 Tiere hätten so regelmäßig das Grundstück besucht. Auch auf dem Grundstück sei nichts zu bemängeln gewesen, es sei zwar nicht im guten Zustand, räumt er ein, doch es gehe von ihm keine Gesundheitsgefährdung aus. Der Verein der Katzenfreunde habe zwölf der auf dem Gelände streunenden Katzen eingefangen und kastriert, auch die junge Katze sei von der Frau abgegeben worden. Diese würden an neue Halter weitervermittelt. Man brauche sich aber keine Sorgen zu machen, dass nun Katzen aus der Nachbarschaft mit vermittelt werden. Die Frau kenne die Tiere auf ihrem Grundstück und könne diese auch zuordnen. „Die Dame hat eingeräumt, dass ihr die Angelegenheit über den Kopf gewachsen ist und sich zu den Maßnahmen einverstanden erklärt“, sagt Pfeiffer. In vier Wochen möchte man die Frau erneut besuchen, um sie wenn nötig, weiter zu unterstützen.



„Ohne ihr Einverständnis hätten wir nicht handeln können, da keine Gesundheitsgefährdung vorlag“, erklärt der Ordnungshüter weiter und „eine Geruchsbelästigung ist nicht gesundheitsgefährdend.“ Allerdings könnten Anwohner, wenn in ihrer Nachbarschaft die Katzenhaltung ein gewisses Maß überschreitet, privat klagen. Pfeiffer: „Dies kostet Geld und der Ausgang ist offen, daher habe ich Verständnis, wenn die Menschen davor zurückschrecken. Auch verstehe ich, dass das Ordnungsamt der erste Ansprechpartner ist, doch wir sind an gesetzliche Grundlagen gebunden und können nur dann einschreiten, wenn Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Wir sind keine Polizei für Nachbarschaftsstreitigkeiten.“ Auf Nachfrage bei Bürgermeisterin Karin Lawall erklärte diese, sie werde sich überlegen, die Situation selbst in Augenschein zu nehmen. In den letzten Jahren hätten sich die Aufgaben des Ordnungsamtes stark ausgeweitet, erklärt Ordnungsamtsleiter Pfeiffer.

„Nicht zuletzt durch schlecht gemachte Gesetzte“, sagt er. Auch Vandalismus und Randale von Jugendlichen, meist am Wochenende, machten dem Ordnungsamt zu schaffen. Daher habe man ein privates Sicherheitsunternehmen engagiert und beim Innenministerium den Antrag gestellt, den Sicherheitskräften mehr Befugnisse einzuräumen. „Natürlich müsste die Auswahl der Personen zertifiziert und ein sechswöchiger Lehrgang absolviert werden“, räumt Pfeiffer ein. Der Antrag sei allerdings vom Ministerium abgelehnt worden. „Das Problem der Sicherheit kann nur gemeinsam mit den Bürgern gelöst werden“, sagt er. Ein guter Ansatz sei bereits gelungen, die letzte Kriminalitätsrate sei laut Statistik im Vergleich zum Vorjahr um 22,5 Prozent zurückgegangen. Pfeiffer: „Wir sollten alle für unsere Gemeinde Verantwortung übernehmen.“

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