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Doch noch Fusion von AOK und IKK Südwest?

Von Lothar Warscheid und Joachim Wollschläger (SZ)

Saarbrücken. Auch wenn die Fusion zwischen den Ortskrankenkassen AOK Rheinland-Pfalz und Saarland mit der IKK Südwest geplatzt ist, will IKK-Chef Frank Spaniol (Foto: IKK) die Fusion nicht für gescheitert erklären. Für ihn sind jetzt „die Ministerpräsidenten der beiden Bundesländer gefragt“. Saar-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) müssten ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen, um den Zusammenschluss noch zustande zu bringen. „Wir stehen weiter zur Fusion“, sagt Spaniol. Er macht aber auch deutlich, „dass wir als IKK nochmal auf den Fahrersitz kommen wollen“.

Daher akzeptiert er im künftigen Marktauftritt kein Logo, in dem das Zeichen der AOK erscheint. „Wir haben uns in diesem Logo-Streit acht Mal bewegt. Aber irgendwann ist Schluss“, macht Spaniol deutlich. Die geplante „Gesundheitskasse Südwest“ mit den Farben der Kassenarten AOK (grün) und IKK (blau) müsse als Ausdruck der alten Identität reichen. Den Zusatz „Mitglied im AOK-Bundesverband“ (mit AOK-Logo) hätte man auch noch akzeptiert. Aber mehr gehe nicht.  „Entweder bringt jede Kassenart ihr Ursprungs-Logo ein oder keine.“



Joachim Malter, Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Saarland, hält Spaniols weitere Fusionsbereitschaft für ein „Feigenblatt“. „Ich sehe keine ausreichende Vertrauensbasis, da bis heute nicht geklärt ist, welche Position die IKK im AOK-Verbund einzunehmen bereit ist.“ Die neue Krankenversicherung könne im AOK-System nicht als eigenständige Kasse auftreten, betont Malter (Foto: bub). Der IKK-Chef müsse akzeptieren, dass die Gesundheitskasse Südwest eine AOK-Kasse ist und dies auch öffentlich zeigen müsse. Das hebt auch Walter Bocke8mühl, Chef der AOK Rheinland-Pfalz, hervor. Mitglied im AOK-Bundesverband könne jeder werden, sogar eine Landwirtschaftskasse. Das reiche nicht. Es müsse eine bekennende Mitgliedschaft der Gesundheitskasse Südwest zum AOK-System erfolgen. Bockemühl bestreitet auch den Vorwurf Spaniols, er habe die Fusion torpediert, um weitere zwei Jahre Chef der AOK Rheinland-Pfalz bleiben zu können. „Es kann mir nichts besseres passieren, als in den Ruhestand zu gehen“, sagt er.

Sollte die Fusion scheitern, sieht IKK-Südwest-Chef Spaniol seine Kasse so stark, dass sie „allein überlebensfähig ist“. „Wir verfügen über 110 Millionen Euro an Rücklagen und haben eine gesunde Versichertenstruktur“, sagt er. Allein im ersten Halbjahr hat die Kasse ein Plus von 19,7 Millionen Euro eingefahren. „Auf Zusatzbeiträge werden wir daher verzichten können.“ Spaniol schließt nicht aus, dass die IKK Südwest beim Vertrieb wieder mehr Gas gibt. Während der Fusionsverhandlungen seien diese Aktivitäten eher gebremst gelaufen.

Was dies alles für den kleinsten der drei Fusionspartner – die AOK Saarland – bedeutet, ist derzeit offen. Der Verwaltungsrat trifft sich morgen.



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