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Doppelmord an Rentner-Ehepaar: Leichen lagen vermutlich seit Monaten in Wohnung

Ermittler sichern im Haus des ermordeten Ehepaares in Hanweiler Spuren. Foto: Becker&Bredel

Ermittler sichern im Haus des ermordeten Ehepaares in Hanweiler Spuren. Foto: Becker&Bredel

Die Tat liegt offenbar schon Monate zurück. Wann genau Maria E. (81) und ihr Ehemann Manfred E. (80) gestorben sind, kann die Polizei nicht sagen. Nach ersten Ergebnissen der Obduktionen der beiden Leichen in der Homburger Gerichtsmedizin sind beide Eheleute durch „Gewalteinwirkungen gegen den Kopf“ getötet worden. Fraglich ist, ob die Gerichtsmediziner den Todeszeitpunkt überhaupt exakt bestimmen oder eingrenzen können. Die Verwesung der Leichen war weit fortgeschritten, als die Polizei am Donnerstagnachmittag die Tür zu dem Haus in der Bahnhofstraße 58 in Rilchingen-Hanweiler von der Feuerwehr aufbrechen ließ. Im Erdgeschoss des Anwesens machten die Beamten den gruseligen Fund. Die Rentnerin lag, angeblich in eine Decke eingewickelt, tot in ihrem Pflegebett. Die Leiche ihres Ehemannes lag ebenfalls im Schlafzimmer – in einen Teppich eingerollt. Mitarbeiter eines Sanitätshauses, die einen Inspektionstermin für ein medizinisches Gerät vereinbaren wollten, hatten schon wiederholt versucht, deshalb Kontakt mit dem Paar aufzunehmen. Als sie am Donnerstag wieder niemanden erreichen konnten, schlugen sie Alarm.

 

Beim Landespolizeipräsidium wurde inzwischen die Mordkommission (Moko) „Teppich“ eingerichtet. Polizeisprecher Stephan Laßotta: „Wir haben Hinweise auf ein Gewaltverbrechen.“ Zu den am Tatort aufgefundenen Spuren machte Laßotta keine näheren Angaben, weil es sich hierbei um „reines Täterwissen handelt“. Dies soll heißen: Nur die Polizei und der mutmaßliche Doppelmörder kennen diese Details vom Tatort.

 

Polizisten, die am Freitag noch mit der Spurensicherung beschäftigt waren, berichteten von einem „bestialischen Gestank“ in dem Haus. Bestätigt wurden zwischenzeitlich Informationen unserer Zeitung, wonach Fenster und Türen in der Erdgeschoss-Wohnung abgeklebt waren – offenbar, damit der Verwesungsgeruch nicht nach außen dringen konnte.

 

Neben dem Rentnerehepaar ist in dem Haus auch ihr 46 Jahre alter Sohn Frank gemeldet. Seine Wohnung liegt im ersten Stock. Von ihm fehlt bislang jede Spur. Zeugen berichteten den Fahndern, dass er schon längere Zeit von der Bildfläche verschwunden ist. Polizeisprecher Laßotta: „Wir ermitteln gegen den Sohn. Er steht derzeit unter Tatverdacht.“ Ein Haftbefehl oder eine Öffentlichkeitsfahndung existierten am Freitag aber noch nicht. Auf die Ermittler der Moko „Teppich“ wartet jetzt viel Klein- und Detailarbeit. Sie müssen etwa klären, wann es die letzten Lebenszeichen des verstorbenen Paares gab. Wann und von wem wurden etwa die letzten Verfügungen über das Konto bei der Hausbank veranlasst?

 

Das zweigeschossige, angebaute Anwesen in der Bahnhofstraße wirkte von außen wie ein Leerstand. Nachbarn und Passanten konnten sich am Tag nach der Tatentdeckung nicht erinnern, wann sie zuletzt den Rentner oder dessen Sohn gesehen haben. Die Frau war wohl bettlägrig. Der Sohn der Familie wurde als unauffälliger Einzelgänger beschrieben, der Kontakt zu Nachbarn vermieden haben soll. Die beiden Senioren hätten ohnehin sehr zurückgezogen gelebt.
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