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Dorf im Warndt: Ortsrats-Resolution gegen Gestank aus Carling

Die Fackel der Chemieanlage in Carling. (Archivfoto)

Die Fackel der Chemieanlage in Carling. (Archivfoto)

Das beherrschende Thema bei der jüngsten Ortsratssitzung in Dorf im Warndt war die Chemie-Plattform Carling. Wegen der immer stärkeren und konstanten Geruchsbelästigung diskutierten die Ortsratsmitglieder darüber, ob man eine Resolution einbringen solle. Diese wolle man dem Großrosseler Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD), weiteren Verwaltungen wie dem Gesundheitsministerium und den betroffenen Orten in der Nachbarschaft vorlegen.

„Alle Bürger haben ein Recht auf saubere und gesunde Luft“, sagte Ortsvorsteher Werner Hektor (SPD). Mit der Resolution wolle man erreichen, dass Gefahren, denen man als Anwohner mutmaßlich ausgesetzt sei, richtig eingeschätzt würden. Zusätzlich sollen ein Umweltschutzbeauftragter ernannt und ein Katastrophenschutz aufgebaut werden. „Wir leben schließlich alle gerne hier und möchten wieder eine bessere Lebensqualität im Warndt haben“, schloss der Ortsvorsteher.

Dies alles sei leider kein neues Problem, doch die Häufung der Beschwerden habe „mit der alten Situation nichts mehr zu tun“, sagte Bürgermeister Jörg Dreistadt, der neben zahlreich erschienenen Bürgern ebenfalls anwesend war. Er selbst finde die offiziellen Stellungnahmen enttäuschend, betonte er. Gleichzeitig gab er bekannt, dass es bereits Gespräche mit der Firma Fresenius und Experten der Universität Homburg bezüglich neuer Messungen gab. Diese seien zwar voraussichtlich teuer, doch das Geld müsse man in die Hand nehmen. „In dem Moment, wenn die Fackel brennt, wollen wir wissen, was da raus kommt“, kommentierte der Bürgermeister die Abfackelungen auf der Chemie-Plattform, die man von weithin sehen und vor allem riechen könne.

Zu Wort kam auch Heike Schreiner. Die Naturheilpraktikerin wurde zur unfreiwilligen Expertin beim Thema Carlinger Chemie-Plattform. Immer öfter seien Patienten zu ihr gekommen, die über Symptome wie triefende Nasen, tränende Augen oder Müdigkeit klagten. Zuerst klärte Schreiner darüber auf, was genau eigentlich in Carling hergestellt werde: „Kunststoffe aller Art“. Danach schilderte sie ihre Recherche-Odyssee, die sie zu der Annahme führte: „Es wird verharmlost und vertuscht.“ Gleichzeitig gebe es auf französischer Seite ein Warnsystem für Bürger, was zur Frage führte: „Wieso passiert nichts bei uns?“ Auch die Messungen, die durchgeführt würden, seien unzureichend; dabei würden auch Stoffe gemessen, die im Falle von Carling keine Relevanz hätten. Mittlerweile sei seit dem 14. November täglich der starke, unangenehme Geruch wahrzunehmen. Der Schluss sei zu ziehen, dass ein sicherheitsrelevantes Teil auf der Chemie-Plattform Carling bereits über Monate defekt sei.



Die Mitglieder des Ortsrates von Dorf im Warndt stimmten der Resolution einstimmig zu.
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