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Drahtcord-Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

Merzig. Es ist zweieinhalb Jahre her, da gingen im Merziger Drahtcord-Werk mehr als die Hälfte der bisherigen Arbeitsplätze verloren: 110 der 210 Mitarbeiter bei dem Reifendraht- Hersteller verloren ihre Jobs, weil eine der zwei Produktionshallen komplett dichtgemacht wurde. Grund: Die Produktion von Stahlcord, einem Vorprodukt bei der Herstellung von Autoreifen, wurde komplett ins rumänische Slatina verlagert. Jetzt bangen die verbliebenen Mitarbeiter von Drahtcord Saar (DCS) schon wieder um ihre Jobs. Denn: In Rumänien entsteht derzeit eine neue Produktionshalle, in der ab Ende des Jahres genau das Produkt hergestellt werden soll, was derzeit noch aus Merzig kommt: vermessingter Draht, ein Vorprodukt von Stahlcord.

Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall befürchten, dass diese neue Produktionsstätte in Rumänien mittelfristig das Aus für den Drahtcord-Standort Merzig bedeuten könnte, wie deren Vertreter gegenüber der Saarbrücker Zeitung betonten. Was die Beschäftigten zudem umtreibt: In diesem Jahr gab es im Merziger Werk schon mehrfach Kurzarbeit, die Produktion soll auch in den kommenden Monaten gedrosselt werden. Zudem kritisieren sie die Informationspolitik der Drahtcord- Geschäftsführung. „Wir haben die Informationen darüber, wie weit der Bau der Halle in Rumänien schon fortgeschritten ist, nur scheibchenweise und auf Nachfrage von der Geschäftsführung erhalten“, sagt Michael Herber, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Auch von den Anteilseignern des Merziger Reifendraht-Herstellers, den Reifenproduzenten Pirelli und Continental (siehe Info), sei wenig Konkretes zu erfahren gewesen, beklagt Michael Salmon, der Vorsitzende des Drahtcord-Betriebsrates.

„Wir haben die Anteilseigner angeschrieben und sie gebeten, uns eine Auskunft zur Sicherung des Standortes Merzig zu geben. Aber die Antwort war wenig aussagekräftig.“ In der neuen Produktionshalle in Slatina, die im Dezember in Betrieb gehen soll, könnten künftig rund 25 000 Tonnen vermessingter Draht pro Jahr produziert werden. Das sei nicht mehr so weit weg von der maximalen Produktionskapazität des Merziger Werkes, die bei rund 40 000 Tonnen liege. Die Arbeitnehmervertreter befürchten nun, dass nach einer Anlaufphase das Werk in Rumänien so weit ausgebaut werden könnte, dass der komplette Bedarf an vermessingtem Draht dort hergestellt werden kann. Ferdinand Weidig, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall: „Die Beschäftigten wollen Klarheit haben, wohin die Reise geht. Sie so hinzuhalten, ist eine Sauerei.“ Für die meisten Drahtcord-Beschäftigten sei der Weg zur Rente noch zu lang, „sie haben Hartz IV vor Augen“.

Weidig kritisiert zudem, dass die Drahtcord-Geschäftsführung ihre Ankündigung bei der Schließung der zweiten Produktionshalle 2010 nicht in die Tat umgesetzt habe. „Damals hatte es geheißen, wir investieren in die Zukunftsfähigkeit des Standortes.“ Das sei aber nicht geschehen. Michael Herber hält den Umgang der Firmenleitung mit den Mitarbeitern für nicht hinnehmbar: „Man kann so einen Standort doch nicht einfach dicht machen und die Beschäftigten einem ungewissen Schicksal überlassen.“ Einen kleinen Lichtblick immerhin sieht Michael Salmon: „In den vergangenen Jahren sind sukzessive Leiharbeiter in eine feste Anstellung übernommen worden, und auch in diesem Jahr ist dies für sechs der aktuell 13 Leiharbeiter angestrebt.“
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