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Drei Einbrecherinnen sollen ins Gefängnis

Saarbrücken. Wegen verschiedener Wohnungseinbrüche hat das Landgericht drei Frauen zu Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb Jahren sowie drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Alle gehören einer ethnischen Minderheit an und sind vom Balkan zugewandert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Fall kommt vor den Bundesgerichtshof. Eine der Angeklagten befindet sich wegen einer anderen Sache im Zweibrücker Frauengefängnis.

Auf die Frage des Richters nach dem Grund für die Einbruchs- und Diebestouren gab eine der Frauen an, sie habe ein bisschen Geld gebraucht. Im Aufnahmelager Lebach gebe es schließlich nur Lebensmittelpakete und sie hätte ihren sechs Kindern gerne auch mal ein Geburtstagsgeschenk gemacht.

Verteidiger plädierten auf Bewährung
Ein Zeuge aus Neunkirchen berichtet, dass er an seinen freien Tag etwas länger geschlafen habe und durch Bellen seines Hundes aufgewacht sei. Im Wohnzimmer standen ihm plötzlich drei Frauen gegenüber. Eine sagte etwas in unverständlicher Sprache, dann waren binnen Sekunden alle weg. Er meint dass es die drei Angeklagten waren. Später bemerkte seine Frau, dass 25 Euro weg waren, die auf dem Wohnzimmerschrank lagen.


Nicht alle angeklagten Fälle konnten den drei Frauen nachgewiesen werden. Zeugen haben Schwierigkeiten, sie auf Polizeifotos wieder zu erkennen. Der Staatsanwalt hatte für alle drei Frauen Freiheitsstrafen ohne Bewährung gefordert. Die Verteidiger plädierten auf Bewährung. Die Frauen hätten Schlimmes erlebt, überall seien sie Fremdkörper.  Schulbildung und Vermittlung gesellschaftlicher Werte blieb ihnen versagt. Auch sie hätten die zweite Chance verdient, die Alkoholabhängigen und Rauschgiftsüchtigen ebenfalls gewährt werde.

Bundesgerichtshof entscheidet
Bei den Richtern fanden die Worte kein Gehör. Bewährung gab es für keineder Frauen. Alle hatten Vorstrafen und seien unter dem Vorwand, betteln zu wollen, in Wohnungen eingedrungen. Gleichwohl erkannte das Gericht die schwierige Situation. „Sie müssen jetzt den Kopf hinhalten. Auch andere haben den Nutzen gezogen“, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung. Nachdem alle Angeklagte Rechtsmittel eingelegt haben, obliegt die die Entscheidung jetzt dem Bundesgerichtshof. jht



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