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Drei Jahre und acht Monate Knast für drogensüchtigen Dealer

  Saarbrücken. Um das Schicksal eines 33-jährigen Drogenkonsumenten ging es jetzt vor einer großen Strafkammer des Landgerichts in Saarbrücken. Der angeklagte Russlanddeutsche war 1994 mit seiner Mutter aus der Nähe von Wolgograd ins Saarland eingewandert. Obwohl er die mittlere Reife besaß, schaffte er eine Ausbildung als Industriemechaniker nicht.

Aber er kam bald mit Betäubungsmitteln in Berührung und wurde abhängig. Bei seinem ersten Kontakt mit der Justiz ging es um eine gestohlene CD. Das Verfahren wurde eingestellt. Wegen einer Körperverletzung wurden ihm Arbeitsstunden auferlegt. Vor elf Jahren erfolgte die erste Verurteilung wegen des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu zweieinhalb Jahren. Bei der nächsten Verurteilung ging es um bewaffneten Handel mit Rauschgift. Die Strafe diesmal dreieinhalb Jahre Haft, er hatte einen Elektroschocker, einen Teleskopschlagstock und einen Schlagring mit Stacheln mit sich geführt.

Der junge Mann hat sich offenbar durchaus darum bemüht, von seiner Sucht loszukommen. Seine erste Therapie wurde aber aus disziplinarischen Gründen vorzeitig beendet. Es habe Streit mit dem Therapeuten gegeben, weil er eine Arbeit aufnehmen wollte, der Therapeut aber auf der Fortsetzung der Behandlung bestand.

Die Sucht war stärker

Eine zweite Therapie verlief nach Auffassung der Einrichtung erfolgreich. Aber er wurde erneut rückfällig. Sein Verteidiger erklärte, er habe sich sogar auf eigene Initiative bei einer Heilpraktikerin behandeln lassen. Aber die Sucht war stärker, vor allem die Angst vor den Entzugserscheinungen.

Im aktuellen Prozess ging es um zwei neue Fälle. Auf einer Autobahnraststätte bei Sindelfingen geriet er im Januar 2009 in eine Polizeikontrolle. Er hatte keinen Führerschein, dafür aber erhebliche Mengen Heroin und Kokain bei sich. Er versuchte durch Wegwerfen und Verschlucken die Drogen los zu werden. Aber das half ihm nicht. Am 29. März dieses Jahres wurde er erneut erwischt, als er von einer Drogen-Beschaffungsfahrt aus Holland heimkehrte. In Perl fanden die Beamten Heroin, Kokain und Marihuana in nicht geringen Mengen. Der Angeklagte gab zu, dass ein Teil zum Eigenkonsum bestimmt war, etwa die Hälfte wollte er verkaufen, um Geld für neue Einkäufe zu haben.

Professor Wolfgang Retz (45) vom Institut für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie am Uniklinikum Homburg bescheinigte dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit infolge seiner Sucht. Die Gefahr eines erneuten Rückfalls sei groß, dennoch bestehe eine geringe Heilungschance. Von einer ausreichenden Motivation des Angeklagten könne ausgegangen werden.

Mit seinem Urteil folgte das Gericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft: drei Jahre und acht Monate und Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt. Zusätzlich wurde eine Führerscheinsperre verhängt. Der Verteidiger hatte das Strafmaß in das Ermessen des Gerichts gestellt.

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