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Drei Jahre und drei Monate für bewaffneten Drogenhandel

Wer Waffen besitzt und mit Drogen in kleinen Mengen handelt, gerät schnell in die Schwerkriminalität. Diese Erfahrung musste ein Kleindealer machen. Eine Pistole seines Großvaters wurde ihm zum Verhängnis.

Saarbrücken.
Ein 24-jähriger Saarländer ist vom Landgericht wegen bewaffneten Drogenhandels zu einer Haft von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Gericht ging von einem minderschweren Fall aus. Sonst hätte eine Mindeststrafe von fünf Jahren gedroht. Die Pistole des Großvaters aus dem Zweiten Weltkrieg wurde dem Mann zum Verhängnis. Mit dem Geld, das ihm Freunde und Verwandte zum Geburtstag schenkten, fuhr der 24-Jährige nach Holland, um Drogen zu kaufen.
Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sahen in dem Angeklagten nicht den Täter, an den der Gesetzgeber dachte, als er für bewaffneten Drogenhandel einen Strafrahmen zwischen fünf und 15 Jahren festschrieb. Der Saarländer gesteht mehr als ihm die Anklage vorwirft. Seine bürgerliche Karriere bekam früh einen ersten Knick, als er mit dem Kiffen anfing und das Gymnasium abbrach. Eine Lehre im Handwerk schloss er ab. Aber ein Autounfall warf ihn erneut aus der Bahn. Zuletzt hatte er nur noch Jobs als Leiharbeiter.

Eine Drogen-Einkaufstour nach Holland machte er mit einem Teil seiner Erbschaft. Für 1500 Euro erwarb er etwa 300 Gramm Marihuana. Es sei für den Eigenbedarf bestimmt gewesen. Es sei dort günstiger zu erwerben als bei den „Leuten im Landesaufnahmelager Lebach“. Weil er mit einer geringen Menge Haschisch auffiel, erhielt er vom Amtsgericht Prüm einen Strafbefehl. Das sei führ ihn Anlass gewesen, den Konsum einzustellen. Die ihm verbliebene Restmenge habe er noch verkaufen wollen.

Aber er war auch in den entsprechenden Kreisen als Kleindealer bekannt. Er geriet ins Visier der Drogenfahndung. Im Januar dieses Jahres wurde seine Wohnung durchsucht. Neben 280 Gramm Marihuana fanden die Beamten auch zwei Waffen, eine Schreckschusspistole und eine scharfe Pistole aus dem Zweiten Weltkrieg. Die hatte sein verstorbener Großvater im Keller versteckt. Durch Zufall hatte der 24-Jährige sie gefunden und in Frankreich Munition dafür gekauft. Damit wurde aus dem Kleindealer ein bewaffneter Drogenhändler. Staatsanwaltschaft und Gericht waren nach einem Rechtsgespräch bereit, die Vorwürfe als minderschweren Fall zu bewerten und beim Strafmaß nicht über die verhängte Strafe hinauszugehen, wenn er gestehe und Reue erkennen lasse. Die Staatsanwältin machte deutlich, dass es sich bei der Anklage um Verbrechenstatbestände handele: „Das sind richtig schwere Kaliber“ und zum Angeklagten „Seien Sie froh, dass sie jetzt aufgefallen sind“. Dass er nur mit Marihuana gehandelt habe, sein kein Grund, zu bagatellisieren, könne aber berücksichtigt werden – daher das milde Strafmaß von drei Jahren und drei Monaten. jht

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