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Drei Jahren Gefängnis für Auto-Versicherung Abzocker

Saarbrücken. Wegen Versicherungsbetruges im großen Stil hat das Landgericht einen Mann aus dem Nordsaarland zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der 63-jährige Zuwanderer mit deutschem Pass hatte zuvor gestanden, dass er als Teil einer grenzüberschreitend aktiven Betrügerbande in 13 Fällen versucht hatte, Versicherungen mit fingierten Autounfällen zu hintergehen. In sechs Fällen sei dies dann auch erfolgreich gewesen.

Die Bande, der in der Anklageschrift insgesamt 25 Fälle von Versicherungsbetrug mit einem Schaden von mehr als 120.000 Euro zur Last gelegt werden, ging offenbar immer nach der gleichen Masche vor. Eine zentrale Rolle spielten dabei Auto- und Schrotthändler, die ursprünglich aus dem türkisch-arabisch-persischen Raum stammen. Sie kauften im Saarland und den angrenzenden Ländern geeignete Gebrauchtwagen, oft Unfallfahrzeuge, die sie vor Ort bar bezahlten. Die Autos wurden in einer Werkstatt oberflächlich repariert und in Stand gesetzt. Sie sollten später als „Unfall-Opfer“ dienen.

Über ihre Kontakte suchten die Männer dann gegen Entlohnung vermeintliche Halter für diese Fahrzeuge, oft Leute mit krimineller Vorgeschichte. Die Wagen wurden auf diese „Scheinhalter“ zugelassen. Nun brauchte man noch „Unfallverursacher“. Sie wurden in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien gefunden. Ihre Daten kamen in den jeweiligen Unfallbogen für die Versicherung.

Was fehlte, war der konkrete Unfall. Er wurde auf dem Papier jeweils ins Ausland verlegt, tatsächlich aber auf dem Gelände eines Autohändlers oder eines Schrotthändlers mit passenden Wagen nachgestellt. Meist wurden dabei so genannte Streifschäden produziert, bei denen die Wagen aneinander vorbei schrammen. Das verursacht schnell Schäden in der Größenordnung von einigen tausend Euro. Anschließend wurden Kfz-Gutachter eingeschaltet, die den jeweiligen „Schaden“ bewerteten und Rechtsanwälte, die ihn gegenüber der Versicherung des angeblichen Unfallgegners geltend machten. Manche waren eingeweiht, andere nicht. Irgendwann flog die Sache auf. Die Beteiligten wurden nach und nach vor Gericht gestellt und weitgehend zu mehrjährigen Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Unter anderen auch ein Kfz-Gutachter und ein Anwalt aus dem Saarland.

Der 63-Jährige aus dem Nordsaarland setzt hier nun einen Schlusspunkt. Fazit der Richter: Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte sei einer der „Hüter der Fahrzeuge“ gewesen. Das System zum Versicherungsbetrug sei mit hoher krimineller Energie betrieben worden. Gleichzeitig sei aber zu sehen, dass der Familienvater bereits bei der Polizei alles zugegeben und damit die Aufklärung erleichtert habe. Deshalb sei bei ihm eine dreijährige Haftstrafe angemessen. Eine „Strafe, die eher am unteren Ende des Möglichen“ liege. wi
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