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Drei Mädchen von Erzieher sexuell missbraucht

Saarbrücken. Einem 47-jährigen Rentner aus dem pfälzischen Bobenheim-Roxheim wird seit gestern vor dem Landgericht Saarbrücken der Prozess gemacht. Zwischen den Jahren 1996 und 2007 soll er sich in 15 Fällen an Mädchen sexuell vergangen haben. Die Opfer waren zum Teil noch nicht einmal 14 Jahre alt.

Vor der Jugendschutzkammer ist es üblich, geständigen Angeklagten einen Strafnachlass anzubieten, wenn sie umfassend geständig sind. Das Gericht will dadurch kindlichen oder jugendlichen Opfern die Aussage vor der Gerichtsöffentlichkeit ersparen, sie vor bohrenden Fragen schützen und eine erneute Traumatisierung verhindern. So auch gestern. Der Vorsitzende Richter berichtete über die Beratung hinter verschlossenen Türen: Für ein Geständnis habe der Staatsanwalt eine Gesamtstrafe von nicht mehr als zwölf Jahren angeboten. Das Gericht ging ohne Geständnis von knapp unter zehn Jahren aus, ein geständiger Angeklagter könne mit maximal sechseinhalb Jahren davon kommen. Außerdem sei eine finanzielle Entschädigung der Opfer Voraussetzung.

Der Angeklagte ließ durch seinen Verteidiger schließlich ein schriftliches Geständnis vortragen. Im Wesentlichen gab er die angeklagten 15 sexuellen Übergriffe zu und machte nur geringfügige Abstriche gegenüber der Anklageschrift.

Nach eigener Aussage war der Mann Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr gewesen und habe nach seiner Dienstzeit eine Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher gemacht. Er ist geschieden und hat zwei leibliche Kinder aus einer zweiten Ehe. Als staatlich geprüfter Erzieher habe er sich beim Jugendamt um Pflegekinder bemüht. Das Amt vertraute ihm drei Kinder an und zahlte dafür 4500 Euro monatlich. Davon hat die Familie gelebt.

Der 47-Jährige bezeichnet sich selbst nicht als pädophil veranlagt. Er gibt zu, schwere Verbrechen begangen zu haben und ist bereit, sich nach seiner Verurteilung einer Therapie zu unterziehen. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.
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