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Drillinge: Viele Geburten in wenigen Kliniken

Die Zahl der Zwillings- und Drillingsgeburten nimmt zu – allerdings nur an bestimmten Kliniken, die auf Frühgeborene spezialisiert sind. Saarlandweit ist kein Anstieg der Mehrlingsgeburten erkennbar.
 
Saarbrücken.   Bereits 24 Zwillingspärchen und neun Drillingsbabys sind dieses Jahr im Homburger Uniklinikum auf die Welt gekommen, im St. Elisabeth Krankenhaus in Saarlouis waren es bis Juli 13 Zwillingspärchen. „Mehrlingsgeburten nehmen zu. Über die Gründe gibt es verschiedene Theorien“, sagt Ingolf Juhasz-Böss, Oberarzt an der Homburger Frauenklinik. In der Saarbrücker Winterberg-Frauenklinik ist es ähnlich: Gab es dort 2007 nur 23 Zwillingsgeburten, waren es 2008 schon 33 und 2009 sogar 46.
Bei den Zahlen des statistischem Landesamtes ist kein Anstieg zu erkennen. 2002 wurden noch 266 Zwillinge (133 Geburten) geboren, 2006 waren es aber nur 184 Zwillinge. 2008 schließlich kamen 211 Zwillinge im Saarland zur Welt. Diese Zahlen sind allerdings Angaben von Standesämtern und können sich von denen der Kliniken unterscheiden.
Dafür gab es im Saarland mehr Drillingsgeburten: 2008 waren es vier und 2009 sogar fünf, sagt Dieter Minck, Leiter der Frauenklinik am Winterberg. 2009 hat es laut Minck 140 Mehrlingsgeburten gegeben. Als Grund wird häufig genannt, dass künstliche Befruchtungen Mehrlingsgeburten begünstigen. An bestimmten Kliniken nehmen Mehrlingsgeburten zu, aber nicht saarlandweit – das klingt widersprüchlich, bei den Kliniken handelt es sich aber um die drei Perinatalzentren im Saarland. Das sind Kliniken, die darauf eingerichtet sind, Frühgeborene mit einem geringen Geburtsgewicht zu betreuen. Die Kliniken in Homburg und Saarbrücken haben Level 1, sie können Frühgeborene mit einem Gewicht unter 1250 Gramm betreuen. Die St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis ist mit Level 2 für Frühgeborene zwischen 1250 und 1500 Gramm zuständig.
„Bei Mehrlingsgeburten gibt es mehr Risiken, es kommt häufiger zu Frühgeburten. Diese Frauen suchen deshalb bewusst nach besonders leistungsfähigen Kinderkliniken“, sagt Dieter Minck. Ähnlich ist es am Uniklinikum. „Als Uniklinik sind wir Anlaufstelle, weil wir eine besondere Ausstattung haben und rund um die Uhr mit drei Gynäkologen besetzt sind“, sagt Oberarzt Juhasz-Böss. Und das scheint auch gesundheitspolitisch gewollt. Seit Januar 2006 gibt es eine Vereinbarung zur Qualitätssicherung der Versorgung von Frühgeborenen. Da Mehrlingsschwangerschaften ein größeres Risiko für Frühgeburten hätten und in Perinatalzentren eine bestmögliche Versorgung der Neugeborenen gewährleistet werde, sei dort eine „zunehmende Regionalisierung von Mehrlingsgeburten erkennbar“, so das Gesundheitsministerium. In Zahlen heißt das: 2008 fanden drei Viertel der Mehrlingsgeburten an diesen Zentren statt.
Für Ariane Pém, Chefärztin der Frauenklinik am Krankenhaus St. Josef in Dudweiler, ist diese Vereinbarung der Grund, warum Mehrlingsgeburten sich auf diese Kliniken konzentrieren. „Dort können Neugeborene im Notfall besser intensivmedizinisch versorgt werden, weil es eine eigene Kinderklinik gibt. Das haben die kleineren Kliniken nicht.“

 





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