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Drogen, Müll, Fäkalien: Bleibt der Garten der Saarbrücker Johanneskirche jetzt sauber?

Christa Piper (l.), Herwig Hoffmann (Mitte) und Carmen Dams gaben gestern Morgen den Garten wieder frei. Foto: Becker & Bredel

Christa Piper (l.), Herwig Hoffmann (Mitte) und Carmen Dams gaben gestern Morgen den Garten wieder frei. Foto: Becker & Bredel

Wie eine Oase wirkt der kleine Garten an der evangelischen Saarbrücker Johanneskirche. Und was ist der Sinn einer Oase? „Dass die Menschen sich hier wohlfühlen“, sagt City-Kirchenpfarrer Herwig Hoffmann. Nach dieser Deutung war der seit Winter herrschende Zustand an diesem grünen Ort eigentlich unnormal und nicht hinnehmbar, denn die sieben golfarbenen „Paradies“-Tore des 2003 angelegten Parks waren von heute auf morgen geschlossen worden. Vor allem die Verschmutzung durch Fäkalien von Mensch und Tier sowie durch Drogenspritzen war den Mitarbeitern des städtischen Gartenamtes nicht mehr zumutbar.

 

Ebenso plötzlich erfolgte nun gestern morgen gegen zehn Uhr die „Auferstehung“ des adrett gepflegten Gartens. Bezirksbürgermeisterin Christa Piper, Amtsleiterin Carmen Dams und Pfarrer Hoffmann sperrten die Türen wieder auf – und keine Minute später besetzten die die ersten Passanten die „Sinnenbänke“.

 

Die Sozialdemokratin Piper hatte sich in den Monaten zuvor nachdrücklich für die Freigabe der Fläche eingesetzt und im Rathaus und in der Kirchengemeinde allerlei Arrangements angestoßen, damit künftig – hoffentlich - Ordnung herrscht. Die Verschmutzung war nach allgemeiner Einschätzung vor allem deshalb entstanden, weil die „soziale Kontrolle“ über die Grünanlage gefehlt hatte. Nun möchte man, wie Frau Dams sagte, vor allem „die faktische Kontrolle“ hochfahren. Der Garten soll im Sommerhalbjahr täglich von neun bis 21 Uhr geöffnet und vom Ordnungsdienst der Stadt, von der Kontaktpolizei der Karcherstraße und vom privaten Sicherheitsdienst des Rathauses besucht beziehungsweise bestreift werden, durchaus zu unregelmäßigen Zeiten. Insbesondere bei der Einhaltung zweier Verbote soll es keine Toleranz geben: Alkoholkonsum und Hunde sind in dem Garten nicht erlaubt – eine „Hausordnung“ weist in zweifacher Ausführung darauf hin.

 

Um eine gute Einsicht zu gewähren, sollen alle Tore und nicht nur zwei geöffnet sein. Für Öffnung und Schließung ist die Kirchengemeinde zuständig, in Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsdienst und möglicherweise Anwohnern. Christa Piper kündigte an, sich um eine kleine Bewirtung oder Bespielung des Gartens zu bemühen, sie möchte vielleicht sogar ihre Sprechstunde hier abhalten. Vor allem aus optischen Erwägungen wurde darauf verzichtet, dem Ort eine Chemie-Toilette aufzunötigen. Der Garten ist ein preisgekrönter Entwurf des Büros Wandel-Hoefer-Lorch und der Landschaftsarchitekten Hegelmann + Dutt. Im Herbst soll ein Treffen aller Verantwortlichen stattfinden, um die Erfahrungen des Sommers zu bereden und Abmachungen für das Winterhalbjahr zu treffen.
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