B41 Saarbrücken Richtung Idar-Oberstein Zwischen Sankt Wendel Nohfelder Straße/Einmündung Namborn und Nohfelden Hochwaldstraße/Tankstelle mit Kiosk Nohfelden Unfall (12:26)

B41

Priorität: Normal

9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Drohen im Saarland Klinik-Schließungen?

 Saarbrücken. Fast jedes dritte Krankenhaus in Deutschland steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Und auch im Saarland, das mit 24 Krankenhäusern und 6515 Betten auf eine Million Einwohner laut Statistik überdurchschnittlich gut versorgt ist, drohen in den nächsten Jahren kostenbedingt Stations- und Klinikschließungen. Das ergab eine Expertendiskussion des Gesundheitsforums Saar in Saarbrücken. Es ging um die spannende Frage: „Wie viele Krankenhäuser braucht das Saarland?“.

Gesundheitsminister Professor Gerhard Vigener (CDU) wollte sich von Moderator Andreas Kindel auf keine Zahl festnageln lassen. Die Landesregierung werde ein externes Gutachten in Auftrag geben, auf dessen Grundlage bis Mitte nächsten Jahres ein neuer Krankenhausplan für die Zeit ab 2011 vorbereitet werde. „Früher hieß es, der Saarländer müsse vom First seines Hauses das nächste Krankenhaus sehen können. Das geht nicht mehr“, sagte AOK-Landeschef Bruno Krüger. Die AOK spricht von „erheblichen Überkapazitäten im Saarland“ hinsichtlich Bettenzahl, Kosten und Fallzahlen in Krankenhäusern. Auch die Leiterin der Techniker-Krankenkasse, Ursel Schmill, meinte: „Wir haben kein Schlaraffenland, dass jeder sein Krankenhaus hat.“

Konkret bemängelten die Kassenvertreter, es gebe bei der Maximalversorgung Doppelstrukturen zwischen Uniklinik Homburg und Saarbrücker Winterberg, alleine drei Krankenhäuser in Neunkirchen und sechs Kliniken in Saarbrücken. Wer das wirklich weiter so wolle, müsse es auch bezahlen, meinte AOK-Chef Krüger. Er verlangte mehr Kooperation von Krankenhäusern und war sich mit Minister Vigener einig: „Es wird künftig nicht mehr jedes Krankenhaus alles machen.“ Lediglich die Notversorgung für Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten müsse ortsnah und schnell erreichbar bleiben.

Der Ärztliche Direktor der Homburger Uni-Klinik, Prof. Hans Köhler („Wir schreiben glücklicherweise schwarze Zahlen“) und Hans-Joachim Backes von der Saarländischen Krankenhausgesellschaft SKG regten mehr Zusammenarbeit auch mit niedergelassenen Ärzten an. An „runden Tischen“ solle die gesamte Problematik der Gesundheitsversorgung erörtert werden, eine Idee, die auch Minister Vigener schnell aufgriff. Hans-Michael Quetting, Sekretär der Gewerkschaft Verdi, beklagte den Abbau von bundesweit 100 000 Stellen in den Krankenhäusern trotz steigenden Patientenzahlen: „Leider ordnen wir das gesamte Krankenhauswesen dem Markt unter. Gesundheit ist aber keine Ware.“ ulo  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein