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Druckerei WVD in Rohrbach dicht - 26 Stellen weg

Rohrbach. Der Geschäftsbetrieb der aus der Westpfälzischen Verlagsdruckerei hervorgegangenen WVD Druck + Neue Medien GmbH in Rohrbach muss stillgelegt werden (wir berichteten). Letzte Verhandlungen zwischen einem Interessenten und Banken sowie Maschinenfinanzierern sind gescheitert, wie Insolvenzverwalter Matthias Bayer in einer Pressemitteilung erläutert. Eine Auffanglösung über leitende Mitarbeiter war nach Angaben des St. Ingberter Anwalts bereits Ende Oktober nicht zustande gekommen. Die verbliebenen 26 Mitarbeiter wurden auf einer Betriebsversammlung informiert.

Der Insolvenzverwalter hatte zuletzt noch mit einem pfälzischen Investor verhandelt, der spät Interesse an einer Übernahme des Standortes in Rohrbach gezeigt hatte. Etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze sollten erhalten, in neue Maschinen investiert und das Produktportfolio etwas geändert werden. Das Kaufpreisangebot blieb jedoch deutlich hinter den Erwartungen der besicherten Gläubiger zurück, so Bayer. Andere Investoren, die ein besseres Gebot abgeben könnten, seien nicht in Sicht.

Die bisherigen Gesellschafter waren von Anfang an nicht bereit, neues Kapital für eine Fortführung zur Verfügung zu stellen. Eine vom Insolvenzverwalter gemeinsam mit leitenden Mitarbeitern initiierte und ausgearbeitete Auffanglösung war Ende Oktober ebenfalls aufgegeben worden. „Wir bedauern sehr, dass nun unsere intensiven Bemühungen um eine jedenfalls zwischendurch greifbar erscheinende Auffanglösung endgültig gescheitert sind“, sagte Bayer. Der aktuelle Wettbewerb in der Branche sei ruinös und von erheblichen Überkapazitäten gekennzeichnet. „Die WVD hat sich nicht durch Alleinstellungsmerkmale von ihren Konkurrenten abgehoben. Der vorhandene Maschinenpark ist überaltert, der Investitionsrückstau erheblich, Wettbewerbsfähigkeit ist dauerhaft nur durch eine neue Druckmaschine wiederzuerlangen.“ Rechtsanwalt Bayer hat zwar nach eigenen Angaben Wege aus der Krise aufgezeigt. Einen halbwegs adäquaten Betrag für die vorhandenen Maschinen und insbesondere die Anschaffung einer neuen Druckmaschine für einen Kaufpreis im knapp siebenstelligen Eurobereich hätte am Ende aber jeder an einer Übernahme Interessierte gescheut. Da das Unternehmen aus eigener Kraft nicht dauerhaft fortbestehen könne, sei eine Stilllegung unvermeidbar. Die Fertigstellung vorhandener Aufträge wird die VWD bereits in dieser Woche abschließen. Das vorhandene Warenlager und Maschinen der Insolvenzschuldnerin werden laut Bayer voraussichtlich im Frühjahr versteigert. Dieser bedankte sich ausdrücklich bei der Belegschaft: „Die Mitarbeiter haben in den letzten zweieinhalb Monaten super mitgezogen, den Betrieb auch unter den schwierigsten Bedingungen am Leben gehalten und nun auch die letzten Aufträge in und trotz Kenntnis der Stilllegung mit hoher Qualität zuverlässig erledigt.“

Dennoch meinte die Betriebsratsvorsitzende Birgit Kaiser: „Es stimmt uns alle sehr traurig, dass nun eine sehr lange Unternehmensgeschichte zu Ende geht“. Sie hofft, dass die WVD-Mitarbeiter wieder schnell eine Anschlussbeschäftigung finden. „Viele unserer Kunden haben in den vergangenen Tagen ein persönliches Gespräch mit unserem Haus gesucht und dabei sehr bedauert, dass die langjährige Geschäftsbeziehung mit der WVD zu Ende gehen wird.“ Dies sei laut Kaiser für die Beschäftigten wenigstens ein kleiner Trost und alle könnten zumindest mit Stolz auf die Vergangenheit zurückblicken.

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