L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Dudweiler Freibad: Wütende Bürger kämpfen um ihr Bad

Die Bürger von Dudweiler sind empört über den Vorschlag, das Freibad zu schließen.

Die Bürger von Dudweiler sind empört über den Vorschlag, das Freibad zu schließen.

Dudweiler. Hunderte Demonstranten haben am Samstag in Dudweiler für den Erhalt des Freibads gekämpft. Der „Förderverein Dudweiler Bäder“ hatte die Bürger zur Protestaktion aufgerufen. Tosenden Applaus erhielt Roland Stephan – er war für den Förderverein am Megaphon. „Wer vertritt hier überhaupt noch sozialdemokratische Politik?“ rief er in Richtung Saarbrücker Rathaus. Die Verwaltungsspitze habe sich vorgenommen, „die letzte Rückzugsmöglichkeit unserer Kinder“ zu vernichten. In Anspielung auf den Vornamen von Oberbürgermeisterin Britz rief er dazu auf, die „Charlottenburg“ aufzusuchen, um die Verwaltungschefin mit dem geballten Unmut aus Dudweiler zu konfrontieren. Auch im Inneren des Freibads ließen Hunderte von Demonstranten ihrer Entrüstung wegen der drohenden Schließung freien Lauf. „Lasst das Freibad auf!“, riefen sie.

Unter ihnen war auch die Ex- Tennisspielerin Claudia Kohde- Kilsch, Pressesprecherin der Linke- Fraktion im Landtag. Das Freibad sei „enorm wichtig für die Menschen in Dudweiler“, es müsse unbedingt erhalten bleiben. Der 77-jährige Willi Montag berichtete, dass er schon seit 60 Jahren das Freibad besucht. Ganz früher, da sei er noch mit der Straßenbahn von Kaltnaggisch an die Post im Dorf gefahren und dann hochgelaufen. Und jetzt soll alles vorbei sein? Die Gutachter der Firma GMF in Bayern, die das Erlebnisbad Calypso in Saarbrücken betreibt, hatte vorgeschlagen, das Dudweiler Freibad und das Kombibad in Altenkessel zu schließen. Für den Rentner und viele anderen ist das Ende fürs Dudweiler Freibad nicht vorstellbar. Neben Zorn und Entrüstung war auch viel Traurigkeit zu spüren in der lauten Menschenmenge. In deren Mitte stellte ein Junge per Plakat-Aufschrift die Frage, die sich wohl viele Kinder stellen: „Wo sollen wir denn in den Ferien hin?“

„Hier habe ich 1965 mit meinem Mann poussiert“, erzählte lächelnd Christel Lenzen, die Chefin des Dudweiler Seniorenclubs. Und Gudrun Puffay-Burgemeister berichtete, dass schon ihr Vater in den 1920er Jahren im Freibad geschwommen sei. „Und das waren sicherlich viel ärmere Zeiten“, fügte sie noch hinzu. Florika Gilcher, Mutter zweier Kinder und Freibad-Stammgast, hatte ihren dreijährigen Sohn Ruben mitgebracht. Der Kleine blies in seine Trillerpfeife. Ob er nächstes Jahr hier noch schwimmt, ist fraglich. Dass jedoch der Kampf um die Freizeiteinrichtung weitergehen wird, daran ließen der Bad-Förderverein und die Demonstranten keinen Zweifel.

HINTERGUND

Die Stadtrats-Grünen haben die Stadtverwaltung in einem Brief aufgefordert, nach Alternativen zu Bäderschließungen zu suchen. Bundesweit gebe es einige Beispiele, wie Genossenschaften und Fördervereine sowohl die Schließung von Hallen- als auch Freibädern verhindert hätten. Diese Möglichkeiten müssten auch in Saarbrücken ausgelotet werden. Der Anlass für solche neuen Eigentümerverhältnisse und Betreibergesellschaften sei immer der gleiche gewesen: Die Kommunen könnten Defizite nicht mehr ausgleichen. Die Grünen fordern außerdem Einsparungen bei der zu teuren Bäderverwaltung. Zudem sollten die Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit sowohl mit dem Regionalverband, einzelnen Kommunen aber auch grenzüberschreitend schnell besprochen werden. re

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