A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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EC- und IC-Zügen ab Saarbrücken droht das Aus

Saarbrücken. Die Eurocity- sowie Intercity- Fernverkehrszüge ab Saarbrücken drohen nach Erkenntnissen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) dem Rotstift zum Opfer zu fallen. Davon betroffen sind die Verbindungen nach Frankfurt, Stuttgart, München und Salzburg. Nur noch eine tägliche Verbindung nach Dresden solle bestehen bleiben, betonen die Bevollmächtigten der Bahn-Gewerkschaft an der Saar, Dieter Spindler und Ralf Damde, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dadurch werde die Universitätsstadt Homburg nahezu komplett vom Fernverkehr abgeschnitten. Wirtschaftlichkeits-Untersuchungen der Deutschen Bahn AG hätten ergeben, dass diese Fernverkehrszüge zwischen Saarbrücken und Mannheim zu wenig genutzt würden.

Die Deutsche Bahn AG streitet angebliche Verschlechterungen ab. Zum Fahrplanwechsel 2011/2012 im Dezember werde das Angebot „ in etwa“ beibehalten, sagte ein Bahn-Sprecher. Was „in etwa“ konkret bedeutet, wollte er allerdings nicht sagen. Details würden mit den Ländern und Fahrgastverbänden derzeit abgestimmt. Und über 2012 hinaus könne man noch nichts sagen. Weiterer Ärger drohe auch beim Ausbau der Fernverkehrsverbindung Frankfurt-Saarbrücken-Paris. Wegen Lieferschwierigkeiten der Industrie könnten in den kommenden Jahren nicht genug Fahrzeuge bereit gestellt werden, um ein sechstes oder gar siebtes Zugpaar täglich zwischen Frankfurt und der Seine-Metropole anzubieten.



Auch habe die französische Seite nach Recherchen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft kein Interesse mehr daran, die Zahl der Verbindungen über Saarbrücken aufzustocken. Die französische Staatsbahn SNCF verfolge eine erkennbare Strategie, in ihren weiteren Planungen die Hochgeschwindigkeits-Verbindung ab Paris über Straßburg nach Deutschland zu bevorzugen. Regelmäßige „Bahngipfel“ zwischen dem saarländischen Ministerpräsidenten und Bahnchef Rüdiger Grube nutzten nichts, wenn die Ergebnisse nicht stimmen, so Spindler und Damde.

Beide Gewerkschafter sehen die Landesregierung auch in der Pflicht, die Qualität im Nahverklehr deutlich zu verbessern. So könnten auf der Strecke Koblenz-Trier-Saarbrücken-Mannheim längst „Premium-Regionalbahnen“ nach dem Vorbild der Region Berlin-Brandenburg unterwegs sein. Mit Kaffee an Bord, Kleinigkeiten zum Essen und Zeitungen. Es sei Sache der Bundesländer als Besteller der Fahrleistungen im Nahverkehr, einen entsprechend anspruchsvollen Service zu bestellen. Die Bahn biete an, was bestellt wird. Zu begrüßen sei der Einsatz des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) an der Saar, stillgelegte Strecken zu reaktivieren. Hiefür müsse die Bundespolitik mehr finanzielle Regionalisierungsmittel bereit stellen. Denn die Aktivierung einer Strecke mit Schienen und Fahrzeugen sei das Eine. Finanzielle Verluste im laufenden Betrieb dürften jedoch nicht zu Personalabbau führen.

Hintergrund

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist hervorgegangen aus den früheren Gewerkschaften Transnet und der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GDBA). Gründungs-Gewerkschaftstag war der 30.11.2010. Insgesamt hat die neue Gewerkschaft bundesweit 4100 Mitglieder. Im Saarland wird es einen eigenen Landesverband mit einer hauptamtlichen Geschäftsstelle geben. Ein Ziel der künftigen Arbeit soll sein, die Gewerkschaftsarbeit stärker in die Betriebe zu verlegen. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2012 wird an der Saar der neue Landesverband gewählt. ts
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