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EHEC-Darmkeim: Keine Panik im Saarland

Saarbrücken. Verbraucher im Saarland bleiben offenbar trotz der bundesweit zunehmenden Zahlen an lebensbedrohlichen Darminfektionen durch den so genannten EHEC-Erreger eher gelassen. Das ist das Ergebnis einer gestrigen  Umfrage  der Saarbrücker Zeitung auf einem Wochenmarkt in Saarbrücken.

"Mein Verhalten habe ich nicht geändert"

Medienberichten zufolge kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass Obst, Gemüse und Salat mit den Darmkeimen verunreinigt worden sind. Doch wegen des bisher unbekannten Auslösers des EHEC-Erregers bricht Doris Weber aus Illingen nicht in Panik aus. „Mein Verhalten habe ich nicht geändert. Ich wasche und schäle Gemüse wie sonst auch“, sagt die 59-Jährige. André Schröder aus Saarbrücken kauft wegen der grassierenden Darminfektionen nicht weniger frisches Gemüse als üblich. Was das Zubereiten von Lebensmitteln angeht, so mache er jetzt nichts anders als vorher. Er wasche Gemüse vor dem Verzehr „unter kaltem Wasser“ und schäle es dann. „Ich denke auch in Zukunft wird man nicht vermeiden können, dass sich solche Keime in der Bevölkerung verbreiten“, meint der 44-jährige Schröder. Als Reaktion auf vermeintlich verunreinigtes Gemüse will Jutta Bubel aus Saarbrücken künftig ihr Einkaufsverhalten ändern.

"Im ökologischen Anbau wird generell nicht mit Gülle gedüngt"

„Gemüse und Salat kaufe ich ab sofort nur noch direkt vom landwirtschaftlichen Erzeuger, zum Beispiel in Hofläden“, sagt die 60- Jährige. Und schiebt nach: „Bei der Zubereitung von frischem Gemüse will ich künftig noch mehr auf Sauberkeit achten.“ Gemüse- und Obsthändler auf dem Saarbrücker Wochenmarkt wollen sich gestern nicht zur Frage äußern, ob verunreinigstes Gemüse der Auslöser für die EHEC-Infektionen sein könnte. Stephan Kreis, Inhaber des Obst- und Gemüsefachgeschäfts Früchtekreis in Saarbrücken, sagt jedoch, er könne „relativ sicher ausschließen“, dass kontaminiertes Obst und Gemüse aus herkömmlichem Anbau die Infektionen ausgelöst hat. Auch schließe er aus, dass saisonales Obst und Gemüse, wie Erdbeeren und Spargel, davon betroffen seien. Der Geschäftsführer des Martinshofes in St.Wendel-Osterbrücken, Gerhard Kempf, wies den in Medien verbreiteten Vorwurf zurück, dass wegen des angeblichen Einsatzes von Gülle ein besonderes Risiko für Bio-Produkte bestehe. „Im ökologischen Anbau wird generell nicht mit Gülle gedüngt“, so Kempf.

Düngung mit Gülle „absolut unüblich“

Das bestätigte auch gestern der Bioland-Verband mit Sitz in Mainz in einem Schreiben an seine Mitgliedsbetriebe, darunter den Martinshof. Darin heißt es, dass Bioprodukte nicht mehr oder weniger anfällig für Keimbefall seien als Produkte aus konventionellem Anbau. Die so genannte „Kopfdüngung von Gemüse mit Gülle“ sei im herkömmlichen Gemüseanbau „absolut unüblich“ und werde auch im Ökoanbau nicht eingesetzt.

Derweil hat Gesundheitsminister Georg Weisweiler Saarländer dazu aufgerufen, im Alltag verstärkt auf Hygiene zu achten. Dazu gehöre neben regelmäßigem- ,gründlichen Händewaschen das Sauberhalten von Arbeitsflächen und -geräten in der Küche, so Weisweiler. Besondere Sorgfalt sei auch im Umgang mit Lebensmitteln geboten.

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