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EHEC: Offenbar sind Sprossen schuld!

Berlin. Sprossengemüse aus Niedersachsen ist offensichtlich eine Ursache für den schweren Ausbruch der Ehec-Seuche in Deutschland. Die Ware stammt aus einem inzwischen geschlossenen Betrieb in Bienenbüttel im Kreis Uelzen, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium gestern mitteilte. Unklar blieb, ob noch Ehec-verseuchte Ware im Handel ist: 18 Sprossenmischungen seien verdächtig. Einige der Sprossensamen stammten aus dem Ausland; Länder wurden nicht genannt. Die Sprossen seien direkt oder über Zwischenhändler geliefert worden. Die Behörden machten Abnehmer in Klein Meckelsen im Kreis Rotenburg (Niedersachsen), Lübeck, im Kreis Lüneburg und Bochum aus.



Indizienlage eindeutig - sichere Erkenntnisse heute

Es gebe zwar noch keinen definitiven Beweis. „Die Indizienlage ist jedoch so eindeutig, dass das Ministerium empfiehlt, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten.“ Mit gesicherten Erkenntnissen sei bereits heute zu rechnen, sagte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU). Sprossen waren vor Jahren in Asien Ursache für eine schwere Ehec-Epidemie.

21 Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle infolge einer Ehec-Infektion stieg am Wochenende nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 21. Bundesweit sind inzwischen 1526 Ehec-Fälle bekannt, bei 627 Patienten wurde das gefährliche hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) diagnostiziert. Zahlreiche Patienten schwebten in Lebensgefahr. Bundesweit stieg die Zahl der Ehec-Infektionen am Wochenende weiter – allerdings etwas langsamer als zuvor.

Engpässe in der Versorgung

Die Erkenntnisse aus Hannover passen zu den Erkrankungsfällen in Lübeck, wo sich bis zu 17 Patienten in einem Restaurant angesteckt haben könnten. Der Wirt des Restaurants erwartet heute noch ausstehende Befunde. Kliniken in Norddeutschland arbeiten angesichts der Ehec-Fälle am Rande ihrer Möglichkeiten. Das sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) der „Bild am Sonntag“. In der Versorgung gebe es Engpässe.

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