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EM: Köllerbacher Ringer will Medaille

Köllerbach. Auf nationaler Ebene kann dem Köllerbacher Ringer Andrej Shyyka im Freistil in der 74-Kilogramm-Klasse kaum einer das Wasser reichen. Diese Dominanz spiegelt sich in vier deutschen Meister-Titeln wider, die Shyyka von 2007 bis 2010 in Serie gewann. In diesem Jahr verzichtete er nach Absprache mit Bundestrainer Alexander Leipold auf die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft, um sich voll und ganz auf die Europameisterschaften in Dortmund konzentrieren zu können.

Platzwunde stört nicht

Wenn sich Shyyka am heutigen Eröffnungstag das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreift und in der Westfalenhalle auf die Matte geht, hat er ein klares Ziel vor Augen. „Ich will eine Medaille, keine Frage. Das Größte wäre es natürlich, den Jackpot zu knacken und Gold zu holen“, sagt der 30-Jährige, dem ein internationaler Erfolg bislang verwehrt blieb. „Das hat viele Gründe und reicht von Verletzungen bis hin zu Pech bei der Auslosung. Einmal war ich auch selbst Schuld, weil ich trotz Krankheit unbedingt trainieren wollte. Aber das ist abgehakt“, erklärt Shyyka, der sich seit Wochen intensiv auf die Titelkämpfe vorbereitet.

Mit Konstantin Völk, einem Mannschaftskollegen beim KSV Köllerbach, hat er zusätzliche Trainingseinheiten absolviert, um endlich bei einem Großturnier sein ganzes Können zu demonstrieren und aufs Podest zu steigen. Auch eine Platzwunde über dem rechten Auge, die sich der Köllerbacher Publikumsliebling in der vergangenen Woche zugezogen hat, konnte ihn in seinem Trainingseifer nicht bremsen. „Die Wunde musste zwar genäht werden, aber das ist halb so wild. Das blaue Auge stört nicht weiter. Die Vorbereitung verlief ansonsten reibungslos, und ich bin gut in Form. Von mir aus kann es losgehen“, sagt Shyyka.

Anders als in der Bundesliga, in der Shyyka nur selten richtig gefordert wird, treten bei der EM einige Gegner an, die beim Kampf um die Medaillen ein Wort mitreden wollen. Vor allem die russischen Sportler zählen zum engen Kreis der Favoriten. „Das Feld ist stark besetzt. Auch die Franzosen darf man nicht unterschätzen. Aber ich mache mich nicht verrückt und warte ab, was die Auslosung ergibt. Ganz egal auf wen ich treffe, ich werde alles geben“, erklärt Shyyka.

Treffen mit Freunden

Dass die EM in Deutschland stattfindet, ist für Shyyka zusätzliche Motivation: „Das ist einmalig. Als Sportler werde ich das sicher nicht mehr erleben.“ Der gebürtige Ukrainer freut sich auf viele Freunde aus dem Saarland und auf ein Wiedersehen mit alten Weggefährten aus der Heimat. Auch seine Frau Ewgenia wird ihm vor Ort die Daumen drücken. „Ich bin froh, dass ich gleich am ersten Tag ran kann. Danach kann ich mir in aller Ruhe noch ein paar Kämpfe anschauen. Hoffentlich mit einer Medaille um den Hals“, sagt Shyyka und lacht.

Noch hat er seinen Fokus auf die EM gerichtet, aber als nächste Ziele hat er schon die Weltmeisterschaft im Oktober und die Olympischen Spiele 2012 in London im Visier: „Jeder Sportler träumt davon, an Olympischen Spielen teilzunehmen. Ich auch. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Jetzt zählt erst mal nur die EM.

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