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EU-Politikerin: Flughafen Ensheim droht das Aus

Der Saarbrücker Flughafen soll nach Plänen der Landesregierung den Flugbetrieb auch am Standort Zweibrücker managen.

Der Saarbrücker Flughafen soll nach Plänen der Landesregierung den Flugbetrieb auch am Standort Zweibrücker managen.

Paukenschlag in Sachen Flughafen-Diskussion. Momentan reden alle in Politik und Gesellschaft vom drohenden Aus für den Flughafen Zweibrücken. Die EU-Parlamentarierin Birgit Collin-Langen wechselt nun die Perspektive. Die CDU-Politikerin aus Bingen am Rhein warnte gestern: Ensheim droht das Aus! Collin-Langen, Mitglied des Europäischen Parlaments in Brüssel, sandte gestern einen offenen Brief an EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Darin erklärt die Rheinland- Pfälzerin, dass nach ihren Informationen zum 1.1.2018 eine verschärfte Regelung bezüglich der Länge von Flughafen- Landebahnen umgesetzt werden soll. Es handele sich um die internationalen Vorgaben zur sogenannten „RESA“, die in europäisches Recht gegossen werden sollen. „RESA“ steht für „Runway End Safety Area“. Die Vorschriften besagen laut Collin-Langen kurzgefasst, dass die Landebahn, die „Runway“, an jedem Bahnende aus Sicherheitsgründen kleiner gerechnet wird, an jedem Bahnende würden dann 320 Meter abgezogen. Der Sicherheitspuffer, der so an beiden Bahnenden geschaffen wird, soll die Gefahren bei Starts und Landungen reduzieren.

„Während dies (Anm.: die Vorgaben zu ,RESA’) für Zweibrücken kein Problem ist, könnte dies für Saarbrücken zu einer Beendigung des Flugverkehrs führen“, warnt Collin-Langen ihren Brüsseler Kollegen Almunia. „Der Flughafen Zweibrücken hat bereits derzeit eine nutzbare Runway von 2400 Metern, die nach Ende der Auffüllarbeiten 2675 Meter betragen wird“, schreibt Collin-Langen und erklärt mit Blick auf den Nachbar-Aiport: „Saarbrücken hat demgegenüber eine Runway von 1990 Metern. Der Flughafen hat aufgrund seiner geographischen Lage an beiden Bahnenden starke Abhänge, welche eine Verlängerung der Runway unmöglich machen. Overrun-Möglichkeiten (Anm.: der besagte Puffer) bestehen dort nicht.“ Bleibe der EUKommissar bei seinem Nein für Zweibrücken, drohe daher die Gefahr, dass erst in Zweibrücken die Lichter ausgehen und einige Jahre später dann auch in Ensheim, weil der Saar-Flughafen die internationalen Vorgaben nicht umsetzen könne.

„Die fatale Folge“, so Collin- Langen, wäre, „dass es in der Region gar keinen Flughafen mehr gäbe“. Abgesehen von den Sicherheitsfragen gelte es, zu berücksichtigen, dass der „Flughafen Zweibrücken als ehemaliges Konversionsgelände im Rahmen des ,Vier-Säulen-Konzeptes’ integraler Bestandteil der strukturpolitischen Entwicklung der gesamten Region“ sei. „Seine Schließung würde unübersehbare Nachteile für die grenzüberschreitende Region bringen“, mahnt sie. Die EU-Abgeordnete bittet daher den Wettbewerbshüter, seine „Entscheidung nochmals zu überdenken. Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie und Ihre Mitarbeiter bei einem Besuch in der Region sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen würden“, schreibt die CDU-Politikerin.
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