B268 Stadtgebiet Losheim am See, B 268 Zwischen Nunkirchen und Losheim am See in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (00:51)

B268

Priorität: Sehr dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

EU-Programm soll Saar-Schüler an Obst gewöhnen

Wer viel Obst und Gemüse isst, lebt gesund. Das sollte jedes Kind wissen. Und das wissen jetzt wohl auch die rund 250 Schüler der gebundenen Ganztagsgrundschule Saarbrücken-Kirchberg. Die Grundschule ist im laufenden Schuljahr laut Umweltministerium eine von 142 Schulen hierzulande, die sich an dem Schulobst-Programm der Europäischen Union und dem Land beteiligen. Dabei erhält jede teilnehmende Schulklasse dreimal pro Woche eine Kiste mit 130 Gramm Obst und Gemüse pro Kind. Sinn dieses Programms ist, dass Grundschulkinder frisches Obst und Gemüse als selbstverständliche und wichtige Bestandteile ihrer Ernährung akzeptieren und schätzen lernen.

Ein Fünftel des Obstes und Gemüses stammt nach Angaben des Saar-Umweltministeriums aus biologischen Anbau. Äpfel müssen in der Regel aus dem Saarland stammen. Allerdings sei das in unserer Region erzeugte Obst und Gemüse und somit die Verfügbarkeit begrenzt, heißt es weiter. Daher beziehe man derzeit die Äpfel und den Großteil des Gemüses, etwa Gurken und Kohlrabi, aus Rheinland-Pfalz. Das Ministerium sei über die wöchentliche Auswahl der Erzeugnisse informiert, lasse sich Lieferscheine vorlegen und führe Kontrollen an Schulen und bei Händlern durch. Meist im Laufe des Vormittags essen die Schüler während der Frühstückspause in den Klassen das selbst geschälte und zerkleinerte Obst und Gemüse.

Besonders beliebt unter den Schülern sind zurzeit Melonen, Bananen und Äpfel. Zumindest den beiden Viertklässlern Robin Landsrath aus Saarbrücken- Rodenhof und Dilan Yilmaz aus Saarbrücken-Malstatt schmecken diese drei Obstsorten besonders gut. Auch Gurken und Paprika würden die Kinder „liebend gern“ essen, berichtet Roswitha Slotta, Konrektorin der Ganztagsgrundschule Saarbrücken- Kirchberg. Dagegen verschmähten die Kinder Rettich, Radieschen und Kohlrabi. Zwei Mal pro Woche liefert ein Obsthändler das Obst und Gemüse an die Schule. Vier Kinder aus der vierten Klasse verteilen die Schulobst-Kisten an alle zwölf Klassen. Um nicht zu viel Unterrichtszeit zu verlieren, bereiten Lehrer mit ihren Schülern das Schulobst so weit wie möglich vor, sagt die Konrektorin.

„Wenn die Kinder eine Zeit lang allein arbeiten und es Kiwis gibt, dann schäle ich die“, so Slotta. Wenn es aber etwa Salatgurken gebe, schälten und schnitten die Schüler diese in Eigenregie. Im Großen und Ganzen nähmen die Schüler das Schulobst sehr gut an, sagt Slotta: „Manche sind sehr dankbar dafür und freuen sich richtig darauf. Es gibt aber auch Kinder, die immer noch kein Obst anrühren.“ Diese stellten jedoch eine Minderheit dar. Für den Fall, dass etwas überbleibe, würden die Schüler in der Nachmittagsbetreuung in den Genuss des Schulobstes kommen. Größere Mengen seien schon in der Schulküche verwertet worden, berichtet Slotta.

Wie viele Kinder insgesamt seit 2009 an dem Schulobstprogramm teilgenommen haben, lässt sich nicht ermitteln, da manche Kinder vier Jahre daran teilgenommen haben, andere nur ein Jahr, teilte Sabine Schorr, Sprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, auf SZ-Anfrage mit. Im Schuljahr 2009/ 2010 nahmen 73 Schulen mit rund 10 000 Kindern am Programm teil, hieß es. In den darauf folgenden Jahren seien die Teilnehmerzahlen angestiegen, im laufenden Schuljahr 2012/ 2013 beteiligen sich bereits 142 Schulen mit rund 14 570 Kindern.

Wegen der hohen Nachfrage, der guten Bewertungsergebnisse und der Beliebtheit des Programms habe man für dieses Jahr die Mittel von 600 000 Euro auf 800 000 Euro aufgestockt, berichtet Schorr. Davon übernehme die EU etwa die Hälfte. Der Landesanteil betrage demnach in diesem Jahr rund 400 000 Euro. Das Saarland startete 2009 als erstes Bundesland das Schulobstprogramm, hieß es.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein