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EVS: Kosten für Grünschnitt bleiben gleich

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat gestern sein Konzept zum Grünschnitt verabschiedet. 86 000 Tonnen Grünschnitt fallen im Saarland jährlich an. Bisher nahmen die Kommunen Laub, Äste und Co. in ihren Sammelstellen an und verwerteten sie. Spätestens ab 2020 soll der EVS die Verwertung übernehmen, das hatte die Landesregierung 2014 beschlossen. Auf diese Weise sollen höhere ökologische Standards, die der Bund vorschreibt, umgesetzt und die Kommunen finanziell entlastet werden. Derzeit erfüllen nur fünf der 77 Sammelstellen die baulichen und hygienischen Standards des Bundes. Ziel ist es, dass weniger Grünschnitt kompostiert und dieser stattdessen stärker energetisch genutzt wird, in einer Biogasanlage, die noch gebaut werden muss.

Das Konzept des EVS schlägt vier verschiedene Varianten vor. Der Trend gehe, so EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker ( SPD ), zu einem Modell, bei dem eine Biogasanlage mit einer Kapazität für 20 000 Tonnen Grünschnitt neu gebaut würde – geschätzte Kosten 15 bis 20 Millionen Euro. Hinzu käme eine Kompostieranlage im Nordsaarland mit einer Kapazität von 25 000 Tonnen für 4,3 Millionen Euro. Denkbar sei aber auch eine kleinere Biogasanlage mit zwei kleineren Kompostieranlagen.

Unabhängig vom Modell würde die Verwertung nicht teurer als sie heute ist. Kommunen und EVS müssten pro Tonne Grünschnitt zwischen 44 und 55 Euro aufbringen, das entspricht zwischen 6,60 und 8,20 Euro pro Kubikmeter. Günstiger wird es folglich aber auch nicht. Doch die Bürger erhielten bei gleichen Kosten eine „moderne, nachhaltige und insbesondere gesetzeskonforme Verwertung“, so eine EVS-Sprecherin. Wie die Gebühren ausfallen werden, ist noch unklar. Im Moment wird das von den Kommunen sehr unterschiedlich gehandhabt: Manche verlangen gar nichts. Andere, wie Saarbrücken , berechnen acht Euro pro Kubikmeter.

Die Reaktionen der Bürgermeister, deren Kommunen im EVS organisiert sind, fielen unterschiedlich aus. So erklärte Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz ( SPD ), er halte die Kostenkalkulation für „sehr ambitioniert“. Armin König ( CDU ), Bürgermeister von Illingen, erklärte hingegen, mit dem Vorhaben werde den Kommunen „ein großer Klotz am Bein“ abgenommen. Das Konzept wurde mit großer Mehrheit angenommen. Welches Modell umgesetzt wird, soll 2016 entschieden werden. Auf der Verbandsversammlung wurde zudem der Wirtschaftsplan für 2016 beschlossen. Demnach plant der EVS wegen des günstigen Zinsniveaus kommendes Jahr 70 statt 50 Millionen Euro in die Sanierung von Kanälen und Kläranlagen zu investieren. Höhere Müllgebühren sind nicht geplant.
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