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EVS: Preise für Müll und Abwasser bleiben 2013 stabil

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) will im kommenden Jahr auf eine Erhöhung der Müll- und Abwassergebühren verzichten. Das kündigte die Spitze des Zweckverbandes bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans für das Jahr 2013 vor Kommunalpolitikern in Wallerfangen an.

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) will im kommenden Jahr auf eine Erhöhung der Müll- und Abwassergebühren verzichten. Das kündigte die Spitze des Zweckverbandes bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans für das Jahr 2013 vor Kommunalpolitikern in Wallerfangen an.

Wallerfangen. Um die guten Nachrichten zu verkünden, hatte der Entsorgungsverband Saar (EVS) ein gemütliches Ambiente gewählt: Auf dem Saargau, weit weg vom Schuss und fast schon in Frankreich, trommelten die Geschäftsführer Karl Heinz Ecker und Heribert Gisch gestern Abend in einem Hotel Kommunalpolitiker aus dem Kreis Saarlouis zusammen, um ihnen den Entwurf für den Wirtschaftsplan 2013 zu präsentieren. Die Eckpunkte dürften vor allem die Verbraucher im Saarland freuen: Weder Abfall- noch Abwassergebühren sollen im nächsten Jahr erhöht werden.

Das Treffen in Wallerfangen-Kerlingen war das erste von sechs Regionalforen. Vom „Auftakt zu einem neuen Umgang“ mit den Ratsmitgliedern ist beim EVS die Rede. Der Zweckverband hat die Kommunalpolitiker als wichtige Zielgruppe ausgemacht: Immer öfter wollen die Volksvertreter ihre Bürgermeister auf ein bestimmtes Abstimmungsverhalten in der Verbandsversammlung, dem höchsten EVS-Gremium, festlegen. Im Dezember stimmen die Rathaus-Chefs dort über den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr ab.

Zuletzt hatte der EVS im Juni im zweiten Anlauf die Gebühren für Restmüll- und Biomülltonne rückwirkend zum 1. Januar 2012 erhöht – nachdem das Umweltministerium den Beschluss der Verbandsversammlung wegen Formfehlern zunächst einkassiert hatte. Für die Zukunft stellt der EVS folgende Rechnung an: Weil die Häufigkeit der durchschnittlichen Leerungen und die Müllmengen zurückgehen, seien weniger Gebühren-Einnahmen zu erwarten. Daher werde man in den kommenden Jahren beim Abfall voraussichtlich auch „keine positiven Jahresergebnisse“ erzielen. Diese einkalkulierten Verluste will der EVS nach 2016 aber „ohne Gebührensprünge“ ausgleichen. Dazu soll Geld genutzt werden, das derzeit noch für die Nutzung des Abfallheizkraftwerks Neunkirchen der Eon-Tochter Energie from Waste (EEW) ausgegeben wird. Der EVS will die Müllmenge so stark senken, dass er den Vertrag mit EEW kündigen kann und den Abfall ab 2017 nur noch in der eigenen Anlage in Velsen verwertet wird. Der Verzicht auf die Nutzung der Neunkircher Anlage soll pro Jahr 16 Millionen Euro sparen – angesichts der gesamten Ausgaben im Abfallbereich von 69 Millionen Euro (2011) eine erkleckliche Summe.

Im Abwasserbereich sollen die Gebühren nach den Vorstellungen des EVS nicht nur 2013, sondern auch 2014 stabil bleiben. „Für die weitere Entwicklung wird jedoch insbesondere ausschlaggebend sein, welche Kosten Energiewende und Zinsentwicklung mit sich bringen werden“, erklärt die EVSGeschäftsführung. Das zielt vor allem auf die 140 Kläranlagen: Der Zweckverband hat errechnet, dass ihn allein die Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare- Energien-Gesetz ab dem kommenden Jahr rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich kosten wird. Bis 2016 will der EVS rund 255 Millionen Euro in seinen Abwasserbereich investieren.


AUF EINEN BLICK

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) ist ein Zweckverband aller 52 saarländischen Städte und Gemeinden für die Abwasserreinigung und Abfallentsorgung. Der 1998 gegründete EVS beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter. Derzeit sammelt er in 45 Saar-Kommunen den Abfall ein, betreibt die Müllverbrennungsanlage in Velsen, Wertstoff-Zentren und Deponien sowie 140 Kläranlagen. Im eigenen Labor werden pro Jahr mehr als 50 000 Mal Abwasser-, Klärschlamm-, Bioabfall- und Wasserproben untersucht. kir

MEINUNG

Beruhigungspille für die Politik

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Die EVS-Spitze ist also doch lernfähig. Nach der Pleite vor dem Oberverwaltungsgericht und der in diesem Jahr erst im zweiten Anlauf durchgesetzten rückwirkenden Gebührenerhöhung für Rest- und Biomülltonnen bemühen sich die beiden Geschäftsführer, das arg strapazierte Image ihres Verbandes zu retten. Die erste Lektion in Sachen Kommunikation scheint zumindest verstanden. Den Kommunalpolitikern, die ihre Bürgermeister anweisen können, wie sie in der Verbandsversammlung abstimmen sollen, wird der Wirtschaftsplan mundgerecht serviert. Die frohe Botschaft, dass die Gebühren stabil bleiben, darf getrost als Beruhigungspille für die Politik verstanden werden. Immerhin haben sich die EVS-Gebührenmacher in diesem Jahr einen kräftigen Nachschlag aus der Kasse der Verbraucher genehmigt. EVS- Kunden und alarmierte Politik warten derweil weiter auf eigene Sparbeiträge des Verbandes.


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