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EVS erwartet geringere Kosten für Müll-Entsorgung im Saarland

Saarbrücken. Die Müllentsorgung wird im Saarland tendenziell billiger. Das haben die beiden Geschäftsführer des Entsorgungsverbands Saar (EVS), Karl Heinz Ecker und Heribert Gisch, gestern beim Redaktionsgespräch der Saarbrücker Zeitung in Aussicht gestellt.

Nach Darstellung von Gisch ist damit zu rechnen, dass durch die Einführung des neuen Gebührensystems ab Januar 2010 rund ein Viertel weniger Müll in der Tonne landen werde. Gisch: „Erfahrungen in anderen Regionen zeigen, dass beim Ident- oder Leerungssystem bis zu 25 Prozent Hausmüll eingespart werden, beim Wiegesystem noch mehr.“

Durch die Verträge mit der Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen, die von einer Eon-Tochter betrieben wird, wirke sich die Müllvermeidung in barer Münze aus: „Jede Tonne, die wir nicht bringen, wird uns vergütet.“ Insofern könne der EVS allein in Neunkirchen nächstes Jahr rund 3,2 Millionen Euro sparen. Während der EVS für diese Anlage im Jahr 2009 noch 28 Millionen Euro hingeblättert habe, verringerten sich die Ausgaben bereits im nächsten Jahr durch frei werdende Verbrennungskapazitäten und den Wegfall von Abschreibungen auf deutlich unter 20 Millionen Euro. Dabei bleibe es das Ziel, dass der EVS durch die Verringerung der Müllmengen ab dem Jahr 2017 komplett aus der Verbrennung in Neunkirchen aussteigen könne, was die Haushalte im Saarland deutlich entlaste.

Trotz einer großen Zahl von Vorbehalten, die in vielen Zuschriften an unsere Zeitung zum Ausdruck kommen, gehen Gisch und Ecker davon aus, dass die Einführung des neuen Gebührensystems „relativ unspektakulär“ verlaufen werde.

Denn in letzter Konsequenz gehe es nicht darum, dass das neue Entsorgungs- und Gebührensystem als teuerer oder komplizierter empfunden werde, sondern: „Ich glaube, dass der Systemwechsel nicht akzeptiert wird“, so Gisch.

Dabei zog Ecker auch Parallelen zur Einführung der Biotonne, die von den Haushalten vor ein paar Jahren zusätzliche Anstrengungen zur Mülltrennung verlangte: „Ohne einen gewissen Druck hätte sich auch damals nichts geändert.“

Bestritten wurde von den EVS-Geschäftsführern nicht, dass ein Haushalt, der bei der Müllabfuhr 2011 die gleichen Leistungen – 26 Entleerungen einer 120-Liter-Tonne – in Anspruch nehme wie in diesem Jahr, rund 25 Prozent höhere Müllgebühren zu entrichten habe. Gisch: „Aber wir schaffen ja Anreize zur Müllvermeidung; aber das geht nur mit Bonus und mit Malus.“ Wer sich bemühe, seine Hausabfälle konsequenter zu trennen, werde sehen, dass er die Mülltonne nicht so oft vor die Tür stellen müsse. Das bedeute auch, dass ein Haushalt durchaus gegenüber dem jetzigen System Gebühren sparen könne. Und diese Tendenz werde durch entsprechende Erfahrungen in Völklingen, wo das Identsystem 2009 eingeführt wurde, bereits deutlich belegt. Im Übrigen werde ein Zwang zum bewussteren Umgang mit den Abfällen aus dem Haushalt durch gesetzliche Vorgaben auf Bundes- und auf europäischer Ebene gleichermaßen ausgeübt.

„Wir können es uns nicht mehr leisten, Rohstoffe durch den Schornstein zu jagen. Deshalb wäre es auch falsch, für die Vermeidung von Abfällen keine Anreize zu setzen,“ meinte Gisch. Zudem zeige sich, dass auch die Wertstoffhöfe, die neben Restmülltonne, gelben Säcken sowie Papier- und Glascontainern zur Aufnahme von Abfallstoffen zur Verfügung stehen, von der Bevölkerung angenommen werden. Man beobachte einen „massiven Zuspruch in den Wertstoff-Zentren“. Das neue Abfallsystem setze auch voraus, dass „die Leute sehr bewusst agieren“, so die EVS-Geschäftsführer.

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