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EVS investiert 4,5 Millionen Euro in 19 Wertstoffzentren

Saarbrücken. 212 Kilogramm Müll macht der Saarländer statistisch verbrieft pro Kopf per anno, der deutsche Durchschnitts-Michel bescheidet sich mit 150 Kilo. Zu viel also, was hier zu Lande noch in der Restmülltonne landet. „Ziel ist es, so viel wie möglich aus der grauen Tonne rauszubekommen“, sagt EVS-Geschäftsführer Heribert Gisch.

Dazu führt der Entsorgungsverband Saar, in dem die Saar-Kommunen zusammengeschlossen sind, ein Netz von Wertstoffzentren ein (wir berichteten). Ein System, das in vielen anderen Bundesländern bereits etabliert ist. Noch dieses Jahr, erklärte Gisch gestern in Saarbrücken, sollen die ersten öffnen - in Ottweiler und Tholey; 2011 sollen dann alle 19 Standorte in Betrieb sein.

Sechs Tage pro Woche offen
Dort kann man dann von Papier über Elektroschrott bis Sperrmüll fast alles los werden. Die Zentren folgen dabei dem Prinzip des Drive-in. Man fährt im Auto bis zum jeweiligen Abfallcontainer – und lädt direkt ab. Die je 3000 bis 3500 Quadratmeter großen Zentren mit je zwei Mitarbeitern bekommen auch alle eine Rampe, auf die man mit dem Wagen fahren kann. Vorteil: So kippt man gewichtigen Abfall, alte Möbel etwa, einfach in die tiefer stehenden Container.

Kundenfreundlich sollen zudem die Öffnungszeiten sein: sechs Tage die Woche, Samstag inklusive. „Wir haben versucht auch ‚Mitnahmeeffekte’ zu berücksichtigen“, sagt Gisch. Will heißen: Die Wertstoffzentren sollen möglichst nah an Einkaufszentren oder Verkehrsknotenpunkten liegen. Sodass man auf dem Weg zum Einkauf oder zur Arbeit „schnell mal noch beim Wertstoffhof vorbeifährt“.

Wichtiger aber noch: Jeder Saarländer soll in jedem Wertstoffzentrum kostenfrei entsorgen können (mit wenigen Ausnahmen wie Altreifen). Was nur dann funktioniert, wenn auch jene Wertstoffhöfe aufgenommen werden, die von Kommunen betrieben werden, die aus dem EVS ausscherten. Man sei in guten Gesprächen, betont Gisch, dass jeder Saarländer beispielsweise auch in St. Wendel seinen Schrott loswerden kann.

Die Wertstoffzentren sind der zweite Baustein im neuen Abfallkonzept des EVS. Von 2011 an wird die Müllgebühr bekanntlich mengenabhängig erhoben. Zur Grundgebühr zahlt man entweder nach Anzahl der Leerungen („Ident-System“). Oder der Müll wird bei der Abfuhr der grauen Tonne gewogen – und entsprechend abgerechnet. Vor diesem Hintergrund soll der Bürger nun möglichst viel Müll, der noch irgendwie verwendbar ist, in die Wertstoffzentren bringen.

Erfahrungen aus anderen Bundesländern lehren, dass sich der Restmüll in der grauen Tonne so um bis zu 35 Prozent reduzieren lässt. Profitieren kann davon nicht nur jeder Einzelne. Auch der Verband spart: Kapazitäten, die in den Müllverbrennungsanlagen Velsen und Neunkirchen ungenutzt bleiben, werden dem Verband vergütet. Stattdessen kann Gewerbemüll verbrannt werden.

Abfuhr nur auf Anfrage
Klar ist aber auch: Der „Müllbürger“ im Sinne des EVS muss „Autobürger“ sein. Ohne Fahrzeug wird’s schwer, den Müll wegzuschaffen. Was umso mehr trifft, da die in etlichen Kommunen noch übliche quartalsmäßige Sperrmüllabfuhr damit entfallen soll. „Es wird nur noch Sperrmüllabfuhr auf Anfrage und gegen Gebühr geben“, so Gisch.

Rund 4,5 Millionen Euro wird der EVS für den Ausbau der bestehenden Wertstoffhöfe und die Errichtung von zehn neuen Wertstoffzentren ausgeben. Rund 300000 Euro koste etwa der Neubau eines solchen Zentrums. Dieses Geld, so Gisch, seien bereits im EVS-Etat eingeplant; der Bau der Zentren ziehe also keine Erhöhung der Müllgebühren nach sich. Rund 350000 Euro Betriebskosten veranschlagt Gisch pro Wertstoffzentrum pro Jahr. Rund ein Drittel davon will man durch die Vermarktung der eingesammelten Wertstoffe abdecken.

Auf einen Blick
Was die Wertstoffzentren künftig annehmen: Papier, Pappe, Glas, Aluminium, Zinkblech, Nichteisen-Metalle, Messing, Kupfer, Buntmetalle, Mischschrott, Styropor, Textilien, Polyethylen-Folien, Alt-Holz, Haushaltsgroßgeräte, Kühlschränke, IT-Geräte, Unterhaltungselektronik, Leuchtstoffröhren, Haushaltskleingeräte, Haushaltsbatterien, Kabelreste, Altfett, Schuhe, Brillen, Altreifen, Bauschutt (in kleinen Mengen) und Sperrmüll. red







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