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Edle Weine aus dem Bliesgau? Blieskasteler will Winzer in Kleinblitersdorf werden

Kleinblittersdorf. Ein Spätburgunder Grand Cru vom Château Villa Heckel in Kleinblittersdorf? Wenn es nach dem Unternehmer Klaus Ruffing geht, dann sollen bereits im Jahr 2014 die ersten Flaschen solch eines edlen Tropfens dekantiert werden. Der 54-jährige gebürtige Blieskasteler, Chef der Saarbrücker Firma KomCom Messe GmbH, ist von der Idee beseelt, im Bliesgau und an der oberen Saar den Weinbau neu zu beleben und Weinbau-Geschichte „noch einmal neu zu schreiben“.

Von Groß- und Kleinblittersdorf  bis  Altheim und Brenschelbach 

Das „Blieswein“-Anbaugebiet, das ihm vorschwebt, reicht von Groß- und Kleinblittersdorf im Westen bis nach Altheim und Brenschelbach im Osten, von Webenheim und Saarbrücken im Norden bis Bliesbruck im Süden. Traumziel wäre „der Bliesgau vollgestopft mit Weingütern“.

Ein Zentrum dieses Anbaus soll das ehemalige hoch herrschaftliche Weingut Villa Heckel in Kleinblittersdorf werden. Der Unternehmer hat es gekauft und will es ebenso in Ordnung bringen wie den alten Rebenhof auf den Saarhöhen, der ab August 2011 wieder Weinstube sein soll.

Bis 1905 wurde hier Weinbau betrieben

Rund um die Villa Heckel, wo früher Reben wuchsen, wildert heute Wiese und tragen uralte Obstbäume immer noch vereinzelte Früchte. Es lässt sich anhand der Terrassierung unschwer erahnen, dass zumindest bis 1905 hier Weinbau betrieben wurde, ehe Reblaus und Industrialisierung nebst Abwanderung von Arbeitern in die Fabriken dieser Profession ein Ende bereiteten.

Wie Klaus Ruffing erklärt, seien die in Kleinblittersdorf erzeugten Weine, vor allem die roten, von herausragender Qualität gewesen, die Winzer hätten Verkaufspreise weit über dem Marktschnitt erzielen können. „Für unsere Heimat tut sich eine riesige Chance auf, wirtschaftlichen Aufschwung mit kultureller Identität zu verbinden“, schreibt Ruffing im Vorwort einer Broschüre, in der er Mitstreiter für seine Ideen sucht.

Viel Argwohn und Skepsis

Wie er sagt, spüre er neben Zuspruch auch viel Argwohn und Skepsis. Der Einwand, an Blies und oberer Saar lasse sich heute bestenfalls Landwein herstellen, und der verdiene keine Anpflanzrechte, ist nach Überzeugung von Ruffing aber historisch und fachlich falsch.

Er werde sich jedenfalls nicht von seinem Weg abbringen lassen, sagt Ruffing und nennt als Wegbegleiter und Förderer unter anderem Roman Niewodniczanski vom Weingut van Volxem in Wiltingen/Saar sowie Markus Haas vom Weingut Johanninger in Biebelsheim. Der Antrieb hinter allem? Rendite? Nein, entgegnet Ruffing, verdient sei mit solch einem Großprojekt so schnell nichts. Es sei etwas für die Kinder und eine Sache der Begeisterung.

:: www.blieswein.de

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