L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Ehec: Klinikum Saarbrücken versorgt letzten Patienten



Saarbrücken. Das gefährliche Ehec-Bakterium hat in Deutschland bislang 39 Menschen getötet. Auch im Saarland haben Ärzte gegen das Bakterium gekämpft, bei zwei Patienten war die Lage kritisch. Einer der beiden, eine Frau, wurde am Freitag aus dem Klinikum Saarbrücken entlassen, ein Patient liegt noch immer auf der Intensivstation. Wie Professor Daniel Grandt, der Chefarzt der Inneren Medizin auf dem Winterberg, der SZ erklärte, habe die entlassene Patientin das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) entwickelt. Sie sei aber in Saarbrücken mit einer Plasmapherese, einer speziellen Blutreinigung, gerettet worden. Ihre Nieren hätten nicht versagt, die Frau müsse nicht zur Dialyse. Um den anderen Patienten sorge man sich noch. Auch er habe die schwere HUS-Komplikation.



Nun biete sich ein weiteres sehr aufwändiges Verfahren an, die Immunabsorption, eine andere Art der Blutwäsche, bei der gezielt Antikörper aus dem Blut entfernt werden. Zugleich sei das Verfahren aber ein enormer Eingriff in das Immunsystem.

Spezialbetten zeichnen sich aus

Wie viele Ehec-Fälle in Saarbrücken behandelt wurden, weiß er nicht. „Ich will mich da gar nicht festlegen, denn möglicherweise haben wir leichtere Fälle gar nicht erst als solche bemerkt“, sagt er. Sein Augenmerk liege daher auf den schweren HUS-Fällen. Hier zeichne sich aus, dass das Saarland schon vor Jahren die Spezialbetten in Saarbrücken geschaffen habe und der Winterberg zu den sieben Infektions-Schwerpunktzentren in Deutschland gehöre: „Wir haben Erfahrungen mit Infektionskrankheiten und festgelegte Prozeduren“, sagt Grandt.

Wichtig sei zudem die Medienarbeit gewesen, denn „Salat aus dem Saarland ist heute nicht gefährlicher als vor einem Jahr. Das müssen wir den Menschen sagen“, betonte Grandt. Alle Patienten in Saarbrücken seien aus Norddeutschland gekommen, nicht ein Patient habe sich woanders angesteckt. „Man muss aber kritisch hinterfragen, ob es nicht sinnvoll ist, die Kapazitäten noch auszubauen“, erklärte der Mediziner, der künftige Risiken weniger durch Ehec sieht. Die Bedrohung komme aktuell vom Krim-Kongo-Fieber aus Osteuropa und von der Grippe. „Wir entwickeln kaum noch neue Antibiotika und die Erreger passen sich an. Das Grippe-Virus verändert sich ständig“, sagte Grandt.

Eine schwere Grippewelle sei zudem viel wahrscheinlicher als eine weitere Ausbreitung des Ehec-Keims, von dem ja auch nur eine seltene Unterart die bekannten Probleme bereite. „Ein paar mehr Ressourcen wären nicht schlecht“, formulierte der Chefarzt eine vorsichtige Forderung an die Politik: „Auch wenn es ein Jahr lang nicht brennt, schafft man die Feuerwehr nicht ab.“

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