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Ein Buch macht den Fall Pascal unvergessen



Wie kaum ein anderer Kriminalfall hat er die Menschen im Saarland aufgewühlt – der Fall Pascal. Der kleine Burbacher (5) ist seit September 2001 spurlos verschwunden. Wurde der Junge in der Tosa-Klause vergewaltigt und verscharrt?

Diese Frage konnte auch ein Mammutprozess nicht beantworten, der im September 2007 (vorerst?) mit Freisprüchen für die Angeklagten endete. Das neue Buch des saarländischen Reporters und Autors Dieter Gräbner (69,) mit dem Titel Pascal – Anatomie eines ungeklärten Falles rollt das ganze Geschehen seit Pascals Verschwinden auf. Was passierte laut Anklageschrift an jedem Tag im September 2001 in der Tosa-Klause? Wie lebte der kleine Pascal, was war er für ein Mensch? Was sagen Ermittler, Psychologen, Verwandte, Beschuldigte? Wie gestaltete sich der Prozess?

All’ jene und noch viele weitere Fragen arbeitet Gräbner detailliert ab. Nüchtern. Er verzichtet darauf, zu urteilen, sondern bietet die Fakten weitgehend unkommentiert an. Das reicht auch. Denn das, was man liest, ist schon aufwühlend und meinungsbildend genug. Wenn von mehrfacher Vergewaltigung eines Kindes und dem seltsamen Gebaren mancher Angeklagter die Rede ist, dann stellen sich dem Leser die Nackenhaare. Besonders erschütternd auch: die Passage, als die Pflegemutter von Kevin erzählt, wie der Kleine zum ersten Mal vom Missbrauch an ihm berichtet. Wie er seine Pein regelrecht rausschreit.

Zur Erinnerung: Kevin, Sohn der Angeklagten Andrea.M., ist es, durch dessen Aussage die Ermittlungen bedeutenden Schwung bekamen. Dieter Gräbner hat ein starkes, sauber recherchiertes Werk vorgelegt. Und auch wenn der Autor im Interview kürzlich bekräftige, „sowas nie wieder machen zu wollen“, weil ihn das alles sehr belastet habe, so ist es sehr gut, dass er das Buch zu Ende gebracht hat. Denn es mahnt, das ungewisse Schicksal eines kleinen Jungen namens Pascal nicht einfach zu vergessen. Ulrike Paulmann 
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