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"Ein Einbrecher stiehlt auch ein Stück Seele"

Mit der dunklen Jahreszeit beginnt auch die Einbruchszeit. Finden die meisten Einbrüche nachts statt? Gaspard: Nein, die meisten Einbrecher kommen, wenn niemand zuhause ist, meist zwischen neun und zwölf Uhr vormittags. Von Oktober bis März, wenn es früher dämmert, ist die Haupteinbruchszeit zwischen 17 und 20 Uhr.

Von 2011 auf 2012 ist die Zahl der Einbrüche um beinahe ein Viertel gestiegen. Warum? Gaspard: Weil im Saarland zunehmend Banden aus Südosteuropa tätig sind. Einige der Banden konnten aber bereits dingfest gemacht werden.

2012 wurden nur knapp 11 Prozent der Fälle aufgeklärt. Warum ist es so schwierig, die Täter zu fassen? Gaspard: Es gibt ja fast nie Zeugen. Wenn doch mal ein Nachbar den Einbrecher bemerkt und die Polizei ruft, ist der Täter meist über alle Berge, bis die Polizei da ist. Ein Einbruch dauert im Schnitt nicht länger als zehn Minuten. Außerdem hinterlassen die Täter in den seltensten Fällen Spuren. Trotzdem war die Aufklärungsquote in den Vorjahren höher. Gaspard: Das liegt eben an den Banden aus Südosteuropa. Das sind quasi Täter auf der Durchreise, da gibt es so gut wie keine Ermittlungsansätze.

Wie hoch ist der Schaden, der bei einem Einbruch entsteht? Gaspard: Im Schnitt liegt er bei 3300 Euro. Dabei macht die Beute nur 500 bis 600 Euro aus. Das meiste sind Sachschäden. Wie sieht es mit den psychischen Folgen für die Opfer aus? Gaspard: Das ist das größte Problem an der Sache. Der materielle Schaden wird von der Versicherung gedeckt, aber Erb- und Erinnerungsstücke sind unersetzbar. Manche Opfer sind regelrecht traumatisiert – so sehr, dass sie ihr Haus verkaufen und wegziehen.

Aus Angst, der Täter könnte wiederkommen? Gaspard: Das passiert so gut wie nie. Aber vor allem für Frauen ist die Vorstellung, dass ein Fremder ihre Sachen durchwühlt hat, schlimm. Wir sagen immer: .

Welche Wohngebiete sind besonders gefährdet? Gaspard: Gebiete in Autobahnnähe, wo die Täter schnell flüchten können, oder am Wald, wo sie sich unentdeckt nähern können. Generell sind Neubaugebiete eher gefährdet als alteingesessene Viertel.

Aber ist es nicht einfacher, in ein altes Haus einzubrechen? Gaspard: Es ist genauso leicht, in ein altes Haus einzubrechen wie in ein neues. Aber in einem alteingesessenen Viertel kennt man sich. Hier fällt ein Verdächtiger eher auf.

Wie kann man sich schützen? Gaspard: Man sollte alle Türen zwei Mal abschließen, keine Fenster gekippt lassen und die Außenbeleuchtung einschalten. Ein erleuchtetes Haus wirkt immer abschreckend.

Kann man sich von der Polizei auch beraten lassen? Gaspard: Ja, wir kommen kostenlos vor Ort und geben auch Tipps zur Sanierung. 97 Prozent aller Fenster und Türen können heutzutage nachträglich einbruchsicher gemacht werden.

Welche Rolle spielen die Nachbarn? Gaspard: Die sind ganz wichtig. Wenn einem etwas Verdächtiges auffällt, sollte man das auch der Polizei melden. Lieber einmal zu oft bei der Polizei anrufen als einmal zu wenig. Man kann einen Verdächtigen auch freundlich ansprechen und fragen, ob man weiterhelfen kann. Dann weiß derjenige: Hier wird aufgepasst.

Was sollte man tun, wenn man den Einbrecher auf frischer Tat ertappt? Gaspard: Wenn man Aufbruchspuren an der Tür bemerkt, sollte man auf keinen Fall ins Haus gehen, sondern lieber die Polizei rufen. Falls man den Einbrecher erst im Haus bemerkt, sollte man ihm die Möglichkeit geben zu flüchten. Er wird sie nutzen. Treibt man ihn allerdings in die Enge, ist seine Reaktion unberechenbar.

 Kontakt zum Dezernat für Kriminalprävention und Opferschutz unter Tel. (06 81) 9 62 35 35

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