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Ein Leben immer auf Achse

 Saarbrücken. In der „Flic Flac“-Show „Underground“ jongliert Steve Eleky mit Bällen und Reifen. Wenn der Comedy-Jongleur dagegen in seinen Wohnwagen zurückkehrt, muss er ganz alltägliche Dinge balancieren. Die Teller etwa beim Abwasch. Wie die anderen 40 Artisten hat er sein fahrbares Zuhause auf dem Platz hinter dem Zelt auf den Saarbrücker Saarterrassen stehen: einen geräumigen, liebevoll eingerichteten Wohnwagen. Auf dem ersten Blick sieht es aus wie bei jeder anderen Familie: Tochter Vanessa (5) liegt auf der Couch und sieht fern. Steve Eleky sitzt mit seiner Frau Fegenia am Tisch. Erst auf dem zweiten Blick fällt auf, dass hier alles kleiner ist als in einem normalen Haushalt.

Alle paar Wochen wechselt die Familie ihren Wohnort: „Das ist kein einfaches Leben, man muss sich immer neu orientieren und organisieren“, erklärt Eleky. Nach dem Umzug von einer Stadt zur nächsten gebe es Fragen zu klären wie: „Wo muss ich jetzt eigentlich den Müll hinbringen?“ Bei „Flic Flac“ gibt es hierfür einen eigenen Platzwart, der diese Dinge im Vorfeld regelt. Um andere Angelegenheiten wie einkaufen, kochen und ihre Post müssen sich die Artisten dagegen selbst kümmern. Dabei können auch Probleme auftauchen: Im Gegensatz zu vielen Kollegen hat die Familie einen festen Wohnsitz in Krefeld. Früher hätten sie, wenn sie länger unterwegs waren, einen Nachsendeantrag gestellt. „Plötzlich hat die Post uns einfach umgemeldet und alle Briefe wurden nach Leipzig geschickt, obwohl wir dort schon lange nicht mehr waren“, erinnert sich Eleky. Jetzt versucht die Familie an freien Tagen nach Hause zu fahren, um nach dem Rechten zu sehen.

Larissa Kastein, die Tochter der „Flic Flac“-Gründer Scarlett und Benno, ist im Zirkus groß geworden: „Bereits mit 14 habe ich einen eigenen Wohnwagen bekommen“, sagt sie. Und das gefalle ihr auch viel besser: „So habe ich mein Zuhause immer dabei.“ Ebenso wie ihr Hund Gucchi. Gerade im Sommer sei das „Camper-Leben“ ein Traum: Die 22-Jährige treffe vor der Wohnwagentür immer Kollegen, mit denen sie nach der Show noch grillt.
 
„Bei Minusgraden kann es schon mal ungemütlich werden“, sagt Diabolo-Jongleur Xelo. Dann müsse ein zusätzlicher Heizlüfter her. Mit Freundin Katharina und Hund Sisse teilt er sich einen 6,50 mal 2,50 Meter großen Wohnwagen. Auch seine Größe von 1,85 Metern macht dem 30-Jährigen hin und wieder den Alltag schwer: „Die Tür ist das größte Problem“, sagte er grinsend. Dennoch steht für den gelernten Fotografen, der vor neun Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht hat, fest: „Ich möchte mein Leben nicht eintauschen“. Durch das viele Reisen könne er stets neue Eindrücke sammeln. Internet und Handy erleichtern den Artisten ihr Leben wesentlich: „Früher standen die Artisten immer an der Telefonzelle Schlange“, sagt Pressesprecherin Iris Vollmann. Von Christina Korb und Marko Völke  
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