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Ein Pilz höhlte die alte Buche aus

Saarbrücken. Der Stamm der alten Buche im Schlossgarten war hohl. Ein Pilz hatte den auf 240 Jahre geschätzten Baum von innen leergefressen. Also musste der Baum gefällt werden. Fachleute hatten jahrelang gegen den Pilz gekämpft, Chemikalien in den Baumstamm gepumpt – und den Pilz sogar getötet. Trotzdem war der Baum nicht mehr „standsicher“. Der Pilz hatte zu viel Holz gefressen – und nichts war nachgewachsen. Der Hohlraum im Baum war von außen nicht zu sehen. Jetzt reicht ein Blick auf das Loch im Stumpf, und man weiß, wie krank der Baum war.

Und dieser Stumpf wird nun zu einer Art Denkmal für den einst prächtigen Baum, einen der ältesten in Saarbrücken. Baumpfleger Wolfgang Jakobs und seine Mitarbeiter haben den Stumpf am Mittwoch glatt gesägt. Im Lauf der nächsten Woche kommt eine Plexiglasplatte über den Stumpf. Eine polierte Scheibe aus dem Stamm soll ins Historische Museum. Jakobs: „Im Museum herrscht konstantes Raumklima und eine fest definierte Luftfeuchte. Die Holzscheibe kann so dauerhaft erhalten werden.“ Aus einer zweiten Scheibe soll in den Werkstätten im Volklinger Weltkulturerbe ein Kunstwerk entstehen.

Gute Nachrichten hat Jakobs über die anderen Bäume im Schlossgarten: Bei ihnen hat der Kampf gegen den Pilz Erfolg gehabt. Die Buche direkt neben dem Stumpf war auch hohl. Aber die Pilzbehandlung hat rechtzeitig dazu geführt, dass nachgewachsenes Holz den Hohlraum im Baum wieder schließen konnte. Am Stamm sind mehrere Löcher zu sehen, durch die das Pilzgift hineingepresst wurde. Auch gestern bekam der Baum noch eine „Impfung“. Aus der Krone wurde außerdem ein Bohrkern entnommen, um das Holz zu untersuchen.

Der große Aufwand hat seine Berechtigung, denn die Bäume im Schlossgarten stammen aus der Fürstenzeit und waren teilweise Geschenke anderer Fürsten an die Stadt. „Man muss bis zur Insel Mainau fahren, um vergleichbare Bäume zu sehen“, sagt Jakobs und schwärmt vom Eisenbaum oder dem Blauglockenbaum im Saarbrücker Schlosspark. Und an dem Stumpf unter Plexiglas, so hofft Jakobs, werden die Bürger erkennen, dass die alte Buche nicht zu retten war.
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