L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Ein Revierförster und Rückepferde: Saarforst wird reformiert

Zu den guten alten Rückepferden, die bei der Holzernte helfen, will der Saarforst zurück.

Zu den guten alten Rückepferden, die bei der Holzernte helfen, will der Saarforst zurück.

Saarbrücken. Im saarländischen Wald wird der Bürger wohl bald wieder den guten alten Revierförster antreffen, der sich um alles in seinem Beritt kümmert, also um Holzeinschlag, Jagd, Dienstleistungen und Immobilien. Das geht aus den Eckpunkten der neuen Saarforst-Reform hervor, die Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Grüne) gestern in der Scheune Neuhaus vorstellte.

Misslungene Reform

Bei der letzten großen Reform unter dem früheren Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) im Jahr 2005 war der Revierförster als Generalist durch Spezial-Förster ersetzt worden, die nur für bestimmte Aufgabengebiete zuständig waren, dies aber jeweils auf einer sehr großen Fläche. Statt der 38 alten Reviere klassischen Zuschnitts gab es fortan nur noch acht „Kooperations-Reviere“. Prompt klagten die Förster, dass die Abstimmung nicht funktioniere und sie nur noch mit Autofahrten und Schreibkram befasst seien. Die Waldarbeiter waren sauer, weil sie nicht an der Reform beteiligt waren, dafür aber massiv Personal abgebaut wurde. Und das Volk war ratlos, weil es nicht mehr wusste, welcher Förster wo für was zuständig ist.

Borger plant die Reform der Reform

Das soll nun alles anders werden. Borger plant die Reform der Reform, auch wenn er sie bescheiden als „Nachjustierung“ verkauft. Es wird wieder kleinere, bis zu 1500 Hektar große Reviere althergebrachter Prägung geben, landesweit 30 bis 35 an der Zahl. Jeder Förster soll in seinem Revier wieder für alles zuständig sein. Schließlich, so die Überlegung, kenne er sich dort auch am besten aus. Außerdem hätten die Bürger dann wieder einen erkennbaren Ansprechpartner.

Ferner soll es einen „Waldkodex“ geben, der die Ziele der naturnahen Waldwirtschaft kurz und für jeden verständlich beschreibt. Um kritische Impulse von Umweltverbänden früher für die Arbeit des Saarforst Landesbetriebs zu nutzen, wird ein „Fachbeirat für ökologische Belange“ eingerichtet.

Unter anderem Pferde im Einsatz

Künftig dürfen bei der Holzernte nur noch Verfahren angewandt werden, die den Waldboden nicht schädigen. Der Einsatz „hochmechanisierter“ Verfahren soll – „auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen“, wie Borger ausführte – nach und nach durch andere Verfahren ersetzt werden. Unter anderem sollen wieder verstärkt Pferde zum Einsatz kommen.

Die Arbeitnehmerseite, also die IG BAU und der Bund der Forstleute, wird diesmal umfassend an der Reform beteiligt. Borger betonte, dass mit der Reform, die bis Juni 2011 umgesetzt werden soll, kein Personalabbau in der noch knapp 190 Köpfe zählenden Belegschaft verbunden sei. Er erwarte sogar, dass die „positive Entwicklung auf dem Holzmarkt“ dazu beitrage, „neue Arbeitsplätze zu schaffen“. Dabei verwies er auf den Koalitionsvertrag, der vorsieht, „den Wald als ‚Grünen Arbeitsmarkt' zu entwickeln“.

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