A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis AS Merchweiler Gefahr durch defektes Fahrzeug auf dem Standstreifen (03:47)

A8

Priorität: Sehr dringend

17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Ein Rundgang durchs Gehirn

Besonders Kinder können bei der Langen Nacht der Wissenschaften Medizin und Forschung kennenlernen. Foto: Koop/uks

Besonders Kinder können bei der Langen Nacht der Wissenschaften Medizin und Forschung kennenlernen. Foto: Koop/uks

. Gedanken lesen können Wissenschaftler noch nicht. Aber wie ein Gehirn von innen aussieht, das wissen sie schon. Und zwar so genau, dass man das Gehirn detailliert in großem Maßstab nachbauen kann, so dass Kinder sogar darin herumspazieren können. Das Riesengehirn aus Kunststoff, das im Neurozentrum steht, ist nur eines von vielen Ausstellungsobjekten, die am Freitag, 10. Juni, auf dem Gelände des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg gezeigt werden. Eine begehbare Arterie gibt es übrigens auch, sie sieht innen so seltsam geriffelt und gesteppt aus, als gehöre sie einem Außerirdischen – aber weit gefehlt. Sie ist durchaus menschlich und wirkt doch so fremd.

 

Genau darum geht es diesmal bei der Langen Nacht der Wissenschaften, gemäß dem Motto „staunen, lernen, entdecken“. Wie verschließt man Löcher im Herzen? Wie funktioniert ein künstliches Kniegelenk? Wie kultiviert man Zellen? Das sind nicht nur für Wissenschaftler spannende Fragen. Auch viele Menschen, die der Forschung eher fern stehen, haben großes Interesse an den Antworten. Das zeigte sich schon vor elf Jahren bei der ersten Langen Nacht der Wissenschaften. Der Biochemiker Mathias Montenarh, damals Dekan der medizinischen Fakultät der Saar-Universität in Homburg , hatte mit seiner Initiative offensichtlich ein großes Bedürfnis befriedigt: das nach Information und wissenschaftlicher Unterhaltung.

 

Der große Andrang auf die Labore, Hörsäle und Forschungseinrichtungen in Homburg ist bis heute geblieben. Die Lange Nacht ist inzwischen die größte und beliebteste öffentliche Wissenschaftsveranstaltung im Saarland mit jährlich rund 5000 Besuchern, Tendenz steigend. Das liegt vor allem daran, dass nicht nur Vorträge angeboten werden, sondern, dass auch Mitmachen angesagt ist. Sei es im Labor oder im OP, in der Orthopädie oder im Gipsraum. Natürlich wird nicht an echten Patienten gearbeitet, sondern an Gummibärchen, an Bananenschalen oder am eigenen Unterarm, sofern man diesen für einen Gipsverband ein paar Stunden zur Verfügung stellen möchte.

 

Für jede Altersgruppe gibt es Angebote. Kinder staunen, was sich unter einem Mikroskop so alles erkennen lässt, Oberstufenschüler erkundigen sich über Studienmöglichkeiten, Studenten besuchen Institute, die sie bisher nur vom Hörensagen kannten, Paare mit Kinderwunsch können sich von der künstlichen Befruchtung bis zur Entbindungsstation über alles informieren, Familien mit Kindern bummeln über die Festwiese, Rentner lassen ein EKG oder einen Hörtest machen.

 

Wissenschaftler, Klinikdirektoren und Oberärzte stehen Patienten und Besuchern als direkte Ansprechpartner zur Verfügung, um wichtige Gesundheitsthemen zu diskutieren. Die Lange Nacht der Wissenschaften sei eben keine ungeliebte Pflichtveranstaltung, sondern finde breite Unterstützung, betont der Dekan, Professor Michael Menger, der die Veranstaltung am Freitag, 10. Juni, um 17 Uhr auf der Festwiese eröffnen wird.

 

Das Gelände ist zur besseren Orientierung in fünf Bereiche von A bis E aufgeteilt, so dass man sich nicht verirren kann. Zudem lotsen Medizinstudenten die Besucher zu den gewünschten Orten. Generell gilt: In Bereich C ist die Forschung angesiedelt, die Bereiche B und E sind Kliniken, der Bereich D ist dem Thema Gehirn gewidmet und in A befinden sich Kinderklinik, Urologie und HNO. Veranstaltungen, die besonders für Kinder geeignet sind, wurden im Info-Heft speziell mit einem Logo gekennzeichnet.

 

Immer noch sehenswert: das teuerste Gebäude des Saarlandes – die Innere Medizin, Gebäude 41. Hier steht auch die begehbare Arterie. Wen es eher zur Forschung zieht: Das imposante Gebäude 48 des CIPMM ist ebenfalls einen Besuch wert. Dort gibt es unter anderem, tanzende und leuchtende Haarzellen zu bewundern. Wissenswertes über die Lange Nacht der Wissenschaften steht auf der Internetseite des Uniklinikums.

 

www.uks.eu/langenacht

 

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein