A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Ein Turbo-Bauprojekt am Saarbrücker Ludwigsplatz

So soll die HBK-Galerie am Ludwigsplatz aussehen.

So soll die HBK-Galerie am Ludwigsplatz aussehen.

Saarbrücken. Die Diskussionsmühlen im Land mahlen langsam. Aber wenn, dann gewaltig, wie man am Erweiterungsbau der Modernen Galerie (4. Pavillon) sieht. Über diesen Bau wurde erst richtig gestritten, nachdem bereits ein Wettbewerbs-Sieger feststand. Vor vier Monaten stellte die Saarbrücker Zeitung die Pläne der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) für ihre Campus-Galerie am Saarbrücker Ludwigsplatz vor – und es blieb still.

Kein Hindernislauf? Er müsste denn auch im Spurt vor sich gehen. Denn das Bauvorhaben einer Campus-Galerie – gestern offiziell gestartet – wird im Rahmen des Konjunkturpaketes II abgewickelt. Was heißt, dass Fertigstellung und Abrechnung bis 2011 bewältigt sein müssen.

Der Ausstellungsraum – bereits vor 20 Jahren, bei Gründung der Hochschule angedacht – soll bereits im Frühjahr 2010 fertig sein. Kosten: 998.000 Euro. Das Saarbrücker Architektenbüro Freese sorgt für die Umsetzung eines (überarbeiteten) Entwurfes, den die HBK-Professoren Andreas Brandolini und und Burkhard Detzler – beide gelernte Architekten – entwickelt haben.

Der 200 Quadratmeter-„Show“-Raum entsteht über den Köpfen der Ludwigsplatz-Besucher, weil über dem einstöckigen historischen Fundament des so genannten Marsstalls errichtet. Zwölf mal neun Meter Glas werden eingebettet in eine recht neutrale Formensprache – die HBK wollte ein Schaufenster, das seinen Inhalt über Videoprojektionen nach außen kehrt. „Es ist eine Galerie, die man nicht betreten muss, aber kann. Sie sendet ihre Botschaften nach draußen“, so beschreibt HBK-Rektor Ivica Maksimovic das (Raum-)Konzept.

Das Bespielungsprogramm wird mit eigenen Kräften gestemmt: Professor Matthias Winzen und sein zukünftiger Studiengang Kuratieren sollen sich erproben. „Wir wollen unsere aktuellen Forschungsergebnisse repräsentabel machen“, sagte Maksimovic gestern vor Medienvertretern, bevor er mit Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Finanz-Staatssekretär Gerhard Wack zum Spaten griff. Die HBK suche den Kontakt zum Bürger.

Die Ministerin sieht den Bau als „Komplettierung“ der Hochschule und nicht als Konkurrenz zur Kulturmeile rund um die Moderne Galerie. Dort wird am Freitag der zweite „Kultur“-Spatenstich stattfinden, der für den 4. Pavillon. Es sei sehr viel geredet worden, meinte gestern Kramp-Karrenbauer: „Nun wird es Zeit, dass was Handfestes passiert. Diese Woche ist die Woche für Taten.“

Eine Übertölpelung, wie man mancherorts hört? Warum wurde für die HBK-Galerie, die immerhin an einem der bedeutendsten Plätze des Landes liegt, kein Wettbewerb ausgeschrieben? Schließlich beteuert das Land doch so gerne seine Vorbildfunktion in der Rolle des Bauherren. „Es gab bereits exzellente Vorpläne der HBK. Wir mussten schnell sein“, erklärt Staatsekretär Wack. Und Henning Freese, ansonsten Wettbewerbs-Verfechter, führt ins Feld, dass man an dieser engen Baulücken-Stelle durch einen Wettbewerb „kaum mehr Qualität“ hätte erzielen können. Wenn, hätte man insgesamt über die Fassung und Gestaltung des Stengel-Platzes nachdenken müssen. Dafür seien Ideen-Skizzen durchaus lohnend. Den HBK-Entwurf verteidigt Freese als wohltuend „leise“: „Der Bauherr wollte kein polterndes Bauwerk.“

Auf eine weitere Kritik nahm die Ministerin Bezug: „Diese Galerie ist nicht überflüssig, sondern eine notwendige Ergänzung“, erklärte sie. Im Kulturmagazin Opus hatte es beispielsweise geheißen, die HBK wäre besser beraten, weiterhin ihre Kooperation mit der am St. Johanner Markt gelegenen Stadtgalerie zu pflegen. Doch die ist bereits gekündigt. Man ist unterwegs zu neuen, fußnah gelegenen Ufern.






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