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Ein Wertstoffhof für Perl: Beschlossene Sache

Perl bekommt einen Wertstoffhof (hier: Wertstoffhof Saarbrücken Malstatt). Standort wird wohl das Bescher Industriegebiet sein.

Perl bekommt einen Wertstoffhof (hier: Wertstoffhof Saarbrücken Malstatt). Standort wird wohl das Bescher Industriegebiet sein.

Perl. Dass es zum Bau eines Wertstoffhofes für Perl kommt, scheint außer Frage zu stehen. Offen ist jedoch noch, in welcher Form die Anlage letztendlich unter Betrieb gehen könnte. Unter drei möglichen Betriebsmodellen sei noch zu entscheiden, erklärte Bürgermeister Bruno Schmitt der Saarbrücker Zeitung auf Anfrage. Demnach bestehe die Wahl zwischen dem Betrieb durch ein Drittunternehmen, der Gemeinde Perl oder dem Entsorgungsverband Saar (EVS). Geklärt scheint allerdings die Standortfrage.



Standort: Industriegebiet in Besch

Man favorisiere als Standort das Industriegebiet in Besch, hieß es aus gut informierter Quelle. Dies wollte der Bürgermeister allerdings auf telefonische Anfrage nicht bestätigen. „Wir haben uns im Gemeinderat prinzipiell für einen Standort entschieden, aber über Einzelheiten muss noch beraten werden“, sagte Schmitt. Gleiches gelte für alles Weitere. „Im Grunde genommen ist noch alles Übrige offen“, so Schmitt. Für die Platzierung des Wertstoffhofes in Bescher Industriegebiet spricht, dass man dort mit minimalen Imissionen zu tun hat und die Anlage für alle Perler Ortsteile sehr zentral läge.

Auch die Zufahrt wäre durch optimale Anbindung an die B419 und damit für alle Bürger gesichert. Ebenfalls käme dieser Standort den beiden Bewerbern „Terratec“ und „Motschall“ zu gute. Letztere hatte vor geraumer Zeit Grundstücke auf diesem Areal erworben. Terratec hingegen ist schon am Standort erfolgreich in Kooperation mit der Gemeinde tätig.



Kundenfreundlicheres Konzept  und Sanitäranlage für die Kundschaft

Grünschnittkompostierung und die Annahme und Verwertung von Bauschutt wird seit mehreren Jahren von Terratec in Besch betrieben.
Mit diesem Bonus hofften die Terratec-Mitarbeiter im Rahmen der Gemeinderatssitzung zu punkten. „Unser Standort verfügt seit Dezember 2009 bereits über eine immissionsschutzrechtliche Betriebsgenehmigung zur Lagerung und zum Umschlag von Abfällen“, unterstrich Detlef Poth von Terratec. „Auf unserem Gelände ist der Betrieb des Wertstoffhofes durch die synergetische Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur im Vorteil“. Während Terratec mit bewährten und vorhandenen Ressourcen wirbt, will der Mitkonkurrent Motschall neue Wege beschreiten.

So soll laut Geschäftsführer Joachim Motschall dessen Anlage über ein moderneres, kundenfreundlicheres Konzept verfügen und sogar eine Sanitäranlage für die Kundschaft mit beinhalten. In jedem Falle versprachen die konkurrierenden Bewerber der Gemeinde: „Für die Kommune ist es kein Risiko, sie wird freigestellt von Investitionen und Betriebskosten“. Ein solches Betriebsmodell sähe vor, der Gemeinde als Bauherr eine einmalige Investitionserstattung in Höhe von 350000 Euro zu gewähren.

Der weitere Rahmen des mit der Kommune zu schließenden Kostenerstattungsvertrages belaufe sich auf maximal 230000 Euro pro Jahr. Das Aushandeln eines Festpreises sei ausgeschlossen, hieß es. Ernst-Rudolf Ollinger (CDU) begrub die Hoffnung auf lukrative Gewinne: „Zurückbekommen können wir bei diesem Geschäft überhaupt nichts“. Auf die Frage nach einer mittelfristigen Rentabilität wusste auch Bürgermeister Schmitt (SPD) keine schlüssige Antwort. „Kein Mensch weiß, wie sich die Anlage entwickeln wird. Daher gibt es auch im Vorfeld der Verhandlungen keine verlässlichen Zahlen“.


HINTERGRUND

Seit geraumer Zeit befasst sich der Gemeinderat Perl mit dem Bau eines Wertstoffhofes. Nach Vorberatungen im Bauund Umweltausschuss hatte man sich zuletzt in der Sitzung vom 1. Februar sehr eingehend mit der Thematik auseinandergesetzt, jedoch in der Angelegenheit keine endgültige Entscheidung getroffen.

Vielmehr hatte sich der Gemeinderat in geheimer Abstimmung mit einer Mehrheit von 16 Ja-Stimmen für die Einberufung einer entsprechenden Sondersitzung ausgesprochen. Hier sollten die Bewerber zum Betrieb der Anlage ausreichend Gelegenheit erhalten, ihr jeweiliges Konzept vorzustellen. Perl wäre mit rund 8000 Einwohnern die kleinste saarländische Kommune, die über einen eigenen Wertstoffhof verfügt. owa
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