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Ein Wiedersehen mit "Captain Future"

Captain Future – sein Raumschiff war moderner als sein Frauenbild, aber was kümmert das einen mit 14 Jahren? Foto: Universum Film</p>

Captain Future – sein Raumschiff war moderner als sein Frauenbild, aber was kümmert das einen mit 14 Jahren? Foto: Universum Film

Samstagmittags, gegen halb 3, da ging es ins Weltall – zumindest Anfang der 1980er. Da lud das ZDF alle Vorpubertierenden ein, mit ins Raumschiff „Comet“ zu steigen und das All vor allerlei Ungemach zu bewahren: an der Seite von Captain Future, dem Titelhelden jener Zeichentrickserie, und seines durchaus bunten Personals: ein Kunststoff-Androide namens Otto, ein stahlglänzender Roboter namens Grag und, als akademische Unterfütterung, Professor Wright – ein bloßes Gehirn, das in einem Behälter umherschwebt. Mit ihnen suchte man „nach der Quelle der Materie“, löste das „Geheimnis der sieben Steine“ oder traf „die Elektromenschen“ – allesamt verheißungsvolle Episodentitel. Bunte Abenteuer in knalligen Trickfilmwelten waren das, ideal für 13-, 14-Jährige, denen Sätze wie „Photonentriebwerk Y3 volle Leistung!!“ durch Mark und Bein gingen; vor allem, wenn sie von Christian Bruhns schmissigem Disco-Sound begleitet wurden – so schmissig übrigens, dass eine seiner Aufnahmen etwas aufgepeppt 1998 ein veritabler Tanzhit in Großraumdiscos wurde.

Dass Bruhns Musik gar nicht mal die Originaluntermalung war, wussten wir damals nicht – ebenfalls nicht, dass die Serie aus Japan kam, auch wenn manche ruckeligen Animationen und rehäugige Kindchenschemata durchaus an Trickserien wie „Heidi“ und die „Biene Maja“ erinnerten, ebenfalls japanische Produktionen.

Nach 40 Episoden (in Japan waren es ein Dutzend mehr) war im All alles gesagt, der Captain war hinfort, aber nicht vergessen. Vor 13 Jahren erschien eine erste DVD-Edition, die schnell vergriffen und dann nur noch zu schmerzhaften Sammlerpreisen zu haben war. Nun erscheinen die Abenteuer wieder auf DVD und erstmals auch auf hochauflösender Blu-ray; deren Bild müsste für wahren HD-Genuss etwas schärfer sein, aber die Geschichten haben sich gut gehalten: durchweg flott erzählt, mit einiger Action und manchmal auch etwas Grusel (was Jugendschützern einst gar nicht gefiel) – etwa im Auftakt „Der Herrscher von Megara“: Dessen Titelheld verwandelt Siedler auf einem fernen Planeten in Affenmonster, was die terrestrischen Kolonialpläne durchkreuzt.

Als gereifter Zuschauer macht man sich heute bei dramatischen Feststellungen wie „Ich glaube, das Hypnotrom ist beschädigt“ deutlich weniger Sorgen als noch vor 35 Jahren; andere Sätze sind heute ein sprudelnder Quell der Heiterkeit. „Da, links, ein Raumschiff!“ vermittelt immerhin die Gewissheit, dass es im All zwar kein Oben und Unten gibt, wohl aber ein Rechts und ein Links. Auch das Verhältnis der Geschlechter ist noch festgefügt: Als Future eine Gegnerin (höchst simpel) übertölpelt, konstatiert er etwas mitleidig: „Ach, sie sind und bleiben eine Frau.“ Das würde sich heute kein Weltall-Held mehr trauen.

Erscheint morgen als Gesamtedition und als Staffelboxen bei Universum Film.

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