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Ein halbes Jahr Theater im Viertel am Landwehrplatz

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Saarbrücken. „Wir überlegen, nächste Saison einen Euro Sauna- Aufschlag zu nehmen, aber Handtücher muss jeder selbst mitbringen“, flachst Dieter Desgranges. Der künstlerische Leiter sitzt gemütlich im Schatten auf dem improvisierten „Balkon“ des neuen Theaters im Viertel (TiV). Hinter ihm öffnet sich der schöne Theaterraum mit seinen hohen Decken. Ein halbes Jahr residiert das TiV nun hier am Landwehrplatz. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Und die ist überaus positiv. „Künstlerisch hat es viel gebracht und fürs Publikum auch“, stellt Desgranges fest. Im neuen Theater sind Produktionen möglich, die in der alten Spielstätte in der Nauwieser Straße nicht drin waren. Die Decke ist hoch, die Bühne eben, die Zuschauerränge ansteigend und – das ist nicht nebensächlich – die Stühle sehr bequem. Das neue TiV ist ein richtiges Theater, während das alte, bei aller Romantik, eben doch immer ein umgebautes Ladenlokal blieb.

Die Zuschauerzahl zeigt steigende Tendenz. „Wir haben unser altes Publikum mitnehmen können, und es kommt neues dazu“, sagt Veronika Häfele- Zumbusch. „Es kommen auch Leute, die uns neu entdecken durch die Nachbarschaft der Alten Feuerwache“, freut sich die TiV-Vorsitzende. „Die Leute nehmen diesen Raum voll an“. Kein Wunder: Das neue TiV ist schick ohne Schickimicki und hat eine gute Atmosphäre. Es kommen auch immer öfter Anfragen, ob man den Raum mieten kann, etwa für Vorträge oder ähnliches. Man kann. „Das bringt uns ja auch ein bisschen Geld in die Kasse“, meint Veronika Häfele-Zumbusch. Sie hat es sich ebenfalls auf dem „Balkon“, der eigentlich ein Treppenabsatz ist, bequem gemacht – da ist es nicht so heiß wie vorne in den kleinen Büros. Die Hitze ist der einzige Wermutstropfen in der allgemeinen Freude übers neue Theater. Ist der Laden voll, sind die Scheinwerfer an und draußen auch noch echter Sommer, dann klettern die Temperaturen im hermetisch abgedichteten Theaterraum kräftig nach oben.

Das Problem war durchaus schon vor dem Umbau bekannt, allein, es war kein Geld für eine Klimaanlage da. Und das ist auch weiterhin so – wenn sich nicht auf wundersame Weise ein Wohltäter finden sollte. Denn um die 50 000 Euro würde die Klimatisierung wahrscheinlich kosten – es darf ja nix rauschen und rattern in einem Theater, „und der Denkmalschutz redet auch noch mit“, meint Dieter Desgranges. Aber die städtischen Mittel sind erstmal erschöpft. Und aus eigener Kraft wird das freie Theater soviel Geld sicher nie haben. Denn auch das neue TiV wird ja überwiegend ehrenamtlich betrieben und hangelt sich mit Praktikanten, einer halben Stelle und eine paar Zuschüssen für die künstlerische Leitung durch.

Ein kleines Wunder eigentlich: Denn mit minimalen Mitteln bietet das TiV eine nahezu konkurrenzlose Palette kultureller Angebote von Schauspiel über Musik bis Literatur. „Bis April ist der Spielplan schon voll“, sagt Dieter Desgranges. In den nächsten Wochen stehen allein sechs Premieren an. Und da ist endlich auch Tanztheater dabei. Denn auch diese Kunstform ist im neuen Theater im Viertel möglich.

Das TiV hat neuerdings feste Bürozeiten. Und zwar Montag, Dienstag, Donnerstag von 10 bis 17 Uhr, Freitag von 10 bis 14 Uhr. Zu diesen Zeiten ist immer ein Ansprechpartner im Büro am Landwehrplatz.

AUF EINEN BLICK

Neben den vertrauten Reihen mit jüdischer Literatur, Klezmer oder den hochkarätigen Gitarren- Gastspielen, gibt es im neuen TiV zwei zusätzliche Reihen. Jeweils an einem Montag heißt es künftig „Ein Abend mit . . ’’. Der Saarbrücker Geistkirch-Verlag organisiert dann Lesungen mit seinen Autoren. Auftakt ist am 19. September, 19 Uhr, mit Klaus Grabenhorst. Auch die aktuelle Liedermacher- Renaissance kommt im TiV an. In „Siggi Becker präsentiert. . .“ stellt der bekannte Liedermacher und Protestsänger Kollegen vor. Auftakt ist am 9. Oktober, 19 Uhr mit Natalia Balachova. bre

:: www.dastiv.de

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