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Einbrecher-Angst - Merziger machten sich bei Infoveranstaltung über Ganoven schlau

Türen verschließen, Steighilfen vermeiden und abends für Beleuchtung des Hauses sorgen – die wichtigsten Ratschläge Gero Sammarcos vom Landeskriminalamt. Er hielt den Bewohnern des Gipsberges am Samstagmorgen auf einer Infoveranstaltung der Initiative „Wachsame Nachbarn“ einen Vortrag zur Einbruchsprävention. Denn das Thema Wohnungseinbrüche bereitet den Merzigern derzeit Sorgen. Wie besorgt die Anwohner sind, war im Merziger Vereinshaus deutlich zu spüren. Dicht an dicht drängten sich die rund 150 Besucher – manche schafften es nicht einmal in den Saal. „Die Resonanz zeigt, dass der Bedarf an Aufklärung sehr groß ist“, staunte der Merziger Polizeichef Stefan Hein über die hohe Besucherzahl.

Die Zahlen, die der Beamte nannte, erzeugten bei manchem Sorgenfalten auf der Stirn: „Von 2013 auf 2014 ist die Anzahl der Einbrüche im Landkreis um 18 Prozent gestiegen.“ Auch für das Jahr 2015 war seine Prognose Besorgnis erregend: „Wir erwarten um die 70 Einbrüche in der Kernstadt, der bisherige Durchschnitt liegt bei rund 50.“ Daher wurden Sammarcos Ratschläge zur Prävention von den Anwesenden dankbar angenommen. Erst zeigte Sammarco Bilder von typischen Einbruchsmethoden – meist nutzen die Täter einen einfachen Schraubenzieher . Danach gab er Tipps zur Vermeidung. „Eine permanente Beleuchtung rund um das Haus hat eine abschreckende Wirkung und ist nicht kostenintensiv“, wusste der Fachmann. Weitere Bilder zeigten, wie man Ziele von Einbrechern, wie zum Beispiel Kellertüren und Fenster, mit einfachen Methoden sichern kann. Aber auch typische Fehler von Hausbesitzern nannte er: „Man sollte nie nur die Tür zuziehen und auch keine Fenster gekippt lassen, wenn man das Haus verlässt.“

„Ich fand den Vortrag hilfreich und würde auch zu einer weiteren Veranstaltung kommen“, lobte Regina Kiefer-Rinke. Die wird es laut Bürgermeister Hoffeld schon bald geben: „Aufgrund des unglaublichen Interesses möchten wir noch vor Ostern eine ähnliche Veranstaltung in der Stadthalle organisieren.“ Gernot Wolf, einer der Initiatoren, war froh über das rege Interesse: „Es ist nur schade, dass einige draußen bleiben mussten“, bedauerte er. „Bei der nächsten Veranstaltung soll für alle Interessierten genug Platz sein“, versprach Wolf.Sind solche Vorträge regelmäßig Teil Ihrer Arbeit bei der Kriminalprävention?

Gero Sammarco: Das war meine erste Info-Veranstaltung dieser Art. Ich bin dieser Abteilung erst vor wenigen Monaten zugewiesen worden.

Wie sehen Sie den Einsatz der Bürger-Initiative?

Sammarco: Ich finde es gut, dass die Leute wachsam sind. Allerdings darf eine Bürgerwacht nicht zu einer Bürgerwehr werden. Man muss da klare Grenzen ziehen. Zur Selbstjustiz darf es nicht kommen, aber das Netzwerk ist eine hilfreiche Idee.

Können auf diese Weise Einbrüche verhindert werden?

Sammarco: Einbrüche sind nie ganz zu vermeiden. Aber man kann es den Tätern schwerer machen. Häufig bleibt es dann nur beim Versuch.

Wie genau?

Sammarco: Natürlich sind Nachbarschaftshilfen wichtig, doch auch die technische Sicherheit muss man bedenken. Mit Schutzbeschlägern an Schlössern und Querriegeln an den Türen kann man das eigene Haus sicherer machen.

Wie schützt man den Rest des Hauses?

Sammarco: Man sollte nicht an einer ständigen Beleuchtung im Eingangsbereich sparen, das schreckt ab. Alarmanlagen genauso. Steighilfen wie Stühle oder Tische in der Nähe von Fenstern sind zu vermeiden.

Würden Sie für eine zweite Veranstaltung in der Stadthalle zur Verfügung stehen?

Sammarco: (lacht) Wenn mein Vorgesetzter das erlaubt, natürlich gerne. Man hat ja heute gesehen, dass die Aufklärung notwendig ist.

Bietet die Polizei weitere Informationsveranstaltungen an?



Sammarco: Selbstverständlich. Hin und wieder sind Kollegen mit einem Infostand in der Stadt, auch beim Mondscheinmarkt sind wir vertreten. Außerdem ist die Kriminalprävention telefonisch erreichbar und im Internet.

Wer auf die Netzwerks-Liste möchte, setze sich mit Gernot Wolf, Tel. (0 68 61) 7 77 67, in Verbindung
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