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Einbrecher misshandeln Tiere im Minizoo der Kinder- und Jugendfarm

Schweine gehören mit vielen anderen Tieren zum Minizoo der Kinder- und Jugendfarm. Sie teilen sich ihren Stall mit Gänsen und einer Gruppe Enten.</p>

Schweine gehören mit vielen anderen Tieren zum Minizoo der Kinder- und Jugendfarm. Sie teilen sich ihren Stall mit Gänsen und einer Gruppe Enten.

Es ist Freitagmorgen. Die Teilnehmer der Ferienfreizeit auf der Kinder- und Jugendfarm Saarlouis haben sich gerade versammelt, um die Tiere des Minizoos zu füttern. Als die ersten Schützlinge herauskommen, merken die Kinder schnell, dass etwas nicht stimmt. Die Enten, die sich ihren Stall mit Schweinen und Gänsen teilen, fehlen an diesem Morgen.

Petra Preßmar ist Vorsitzende des Vereins. Sie erzählt, dass die Anlage schon mehrfach das Ziel von Einbrechern und Vandalen war. Wie sich herausstellt, auch wieder in der Nacht auf Freitag. Als die Betreuer vor den Kindern zum Stall gehen, sehen sie die angelehnte Tür. Drinnen bietet sich ihnen ein grausames Bild. Einer der fünf Enten, die von den Kindern liebevoll gepflegt werden, wurde das Genick gebrochen. Das Tier lebt noch. Eine zweite Ente kann nicht mehr laufen. Sie wurde augenscheinlich misshandelt. Die Betreuer rufen Tierarzt und Polizei herbei. Der Arzt kann für das Tier mit gebrochenem Hals nichts mehr tun und erlöst es. Der zweite misshandelte Vogel hat eine ausgerenkte Hüfte. Der Tierarzt tut alles, um ihm zu helfen. Am Abend wird das für den gefiederten Patienten aber nicht gereicht haben – das Tier stirbt. Die drei verbliebenen Enten sind verstört und jetzt besonders stressempfindlich. Auf Anraten des Experten bleiben sie vorerst im Stall.

In die Trauer des Farmteams mischt sich Wut, vor allem aber Unverständnis. „Man fragt sich wirklich, wer so was macht“, sagt Janine Könen, hauptamtliche Leiterin der Einrichtung. Auf der Anlage gebe es gefühlt alle dreiviertel Jahre einen Einbruch. Erst eine Woche zuvor habe es einen erfolglosen Einbruchsversuch am Pferdestall gegeben. „Man hört immer wieder von ähnlichen Fällen“, erzählt Könen. Eine steigende Tendenz will Polizeioberkommissar Thomas Barth hier nicht bestätigen. Verhindern ließen sich solche Taten niemals völlig. Trotz Engagements, Aufklärung und Streifendienst der Polizei könnten meist die Eigentümer selbst die beste Prävention betreiben.

Genau das hat das Team der Kinder- und Jugendfarm jetzt auch getan – mit Kameras, die das Gelände überwachen und sofort Bilder senden, falls sich an den Ställen etwas Verdächtiges tut. Um gut 500 Euro hat die Investition die Vereinskasse bislang schrumpfen lassen. Zudem übernehmen freiwillige Helfer Wachdienste auf dem Gelände. „Eine richtige Alarmanlage würde uns bis zu 4000 Euro kosten“, erklärt Janine Könen. „Das kann sich der Verein natürlich nicht leisten.“ Schon wegen der Anschaffung der Kameras müssten andere Pläne vorerst aufgeschoben werden. Deshalb würde sich das Team aktuell auch ganz besonders über Spenden freuen.

Für die Vereinsvorsitzende Petra Preßmar ist der Minizoo „das Herzstück“ der Farm. Laut Janine Könen, die Diplom-Erziehungswissenschaftlerin und angehende Fachkraft für tiergestützte Therapie ist, hat die Beziehung der Kinder zu den Tieren einen besonders hohen Wert. „Die Tiere geben den Kindern viel“, sagt sie. Ihr Leitspruch auf der Webseite der Farm stammt von Mark Twain und bringt es auf den Punkt: „Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.“ Zwei davon haben sie am Freitag verloren.

Wer den Verein unterstützen möchte, findet auf der Webseite den Mitgliedsantrag, aber auch die Kontoverbindung und Kontaktdaten.

kjf-saarlouis.de

 

Meinung:

 

 

Respektlos und kaltblütig

Von SZ-Redakteur Oliver Spettel

 

Rein rechtlich handelt es sich bei der Tötung zweier fremder Enten um eine „Sachbeschädigung“. Die Kinder, die sich über Jahre liebevoll um die Tiere gekümmert haben, sehen das – völlig nachvollziehbar – ganz anders. Sie haben am Freitag Freunde verloren. Spielerisch haben sie auf der Farm gelernt, respektvoll mit Lebewesen umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Dem Täter wurde diese wichtige Lektion in der Erziehung offensichtlich leider vorenthalten. Wie sonst könnte man die Kaltblütigkeit haben, Tiere eines Kinderprojektes zu misshandeln? Die Motive des Täters – sollte es welche geben – sind absolut unerheblich. Was er getan hat, ist durch nichts zu entschuldigen.

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