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Einbruch in Ministerium: Bewährung für verzweifelten Saarbrücker

Saarbrücken. Wegen eines kuriosen Einbruchs wurde am Donnerstag (10.01.2013) einem 32-Jährigen aus der Landeshauptstadt der Prozess gemacht.

Der Handwerker war nachts ins Saarbrücker Arbeitsministerium eingebrochen und hatte dort sechs Flachbildschirme, einen Drucker und zwei Kaffeemaschinen sowie einen Fanschal des FC Bayern München gestohlen. Das Diebesgut hatte er mit einer Sackkarre abtransportiert, die er von zu Hause mitgebracht hatte. Der Angeklagte wurde deshalb zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die Richter ordneten zudem an, dass der psychisch angeschlagene und von Medikamenten abhängige Mann eine Therapie in einer Klinik absolvieren muss.

„Ich hatte 1999 bei Freunden an einer Pfeife gezogen – keine Ahnung, was drin war. Aber seitdem habe ich regelmäßig Wahnvorstellungen und Angst“, sagte der 32-Jährige zu seiner Krankheitsgeschichte vor Gericht. Insgesamt elf Mal war er während der vergangenen Jahre in stationärer psychiatrischer Behandlung. Er hatte regelmäßig Angstzustände, Halluzinationen, Verfolgungswahn und Depressionen.

Er bekam starke Medikamente. Aber wenn die Angst wiederkam, nahm er nach eigener Aussage deutliche höhere Dosen ein, als von den Ärzten verordnet. Dies machte ihn nach Feststellung einer Gutachterin abhängig. Und wenn seine legal erworbenen Tabletten verbraucht waren, kaufte er sich offenbar welche auf dem Schwarzmarkt. Dafür brauchte er Geld. Das verschaffte er sich über Straftaten, wie diverse Vorstrafen belegen.

„Ich war am Ende. Ich hatte nichts mehr. Kein Essen zu Hause. Nichts“, beschrieb er gestern seinen Zustand vor rund drei Jahren. Daraufhin sei er in der Nacht auf den 12. Februar 2010 – es war Fasching – mit Handschuhen und seiner Sackkarre losgezogen. Am Tatort hatte er sich verletzt ohne dies zu bemerken und dabei eine Blutspur hinterlassen – die führte die Polizei schließlich direkt zu ihm. wi

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