A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken Zwischen AS Wadgassen und AS Völklingen Gefahr durch defektes Fahrzeug, rechter Fahrstreifen gesperrt (23:27)

A620

Priorität: Sehr dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Eine Schande! Behinderten Kindern wird Zugang zu Regelschulen erschwert

Saarbrücken. Rechtlich sichert die UN-Konvention die Eltern behinderter Kinder ab. Sie garantiert ihnen einen diskriminierungsfreien Zugang zu Regelschulen.Wie aber sieht der Alltag aus? Eltern behinderter Kinder schilderten ihn bei einer Veranstaltung des Vereins „Miteinander leben lernen“.

Irmtraut Schnell, Wissenschaftlerin und Dozentin, stützte die Erfahrung der Eltern durch wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine davon: Eltern wissen oft mehr als Fachleute. So manche Schullaufbahn behinderter Kinder straft Fach-Urteile Lügen. Irmtraut Schnell nannte als promintes Beispiel den Tenor Thomas Quasthoff. Wegen seiner Körperbehinderung sollte er einst keine Gesangsausbildung bekommen.

Trotz der rechtlichen Grundlage immer noch angewiesen zu sein auf den guten Willen von Lehrern und Behörden, das bedrückt die meisten Eltern behinderter Kinder wohl am meisten. Und so wurden viele negative Beispiele genannt: Schulen, die keine behinderten Kinder aufnehmen wollen. Lehrer, die sich überfordert fühlen, wenn behinderte Kinder in ihre Klassen sollen. Die Eltern konnten bei der Veranstaltung jede Menge Beispiele nennen für den schweren Weg in die Regelschule. Autisten, so scheint es, haben es besonders schwer, weil das Krankheitsbild oft nicht klar erkennbar ist. Die Mutter eines spastisch gelähmten Jungen erzählte, ihr Sohn könne inzwischen lesen und schreiben – das aber nur, weil sie zuhause „eine zweite Schule“ eingerichtet hätte.



Trotz Rechtsanspruch ist der Weg für behinderte Kinder in Regelschulen voller Hindernisse. Eltern brauchen deswegen viel Energie und Durchhaltevermögen. Und Unterstützung. Durch die Wissenschaft, die wie Irmtraut Schnell erläuterte, längst belegt hat, dass behinderte Kinder an Förderschulen nicht besser lernen. Durch den Verein „Miteinander leben lernen“, der Sprachrohr sein will für die Eltern. Und durch die Lehrer. Gerade über sie gab es auch sehr viel Positives zu berichten, etwa, dass es Schulen gibt, an denen das Lehrerkollegium sich vor Aufnahme behinderter Kinder speziell schulen ließ und lernte, wie man mit epileptischen Anfällen umgeht.

Ilse Blug, Geschäftsführerin des Vereins „Miteinander leben lernen“, ist davon überzeugt, wenn der Anspruch auf gemeinsamen Unterricht nicht theoretisch bleiben soll, „müssen die saarländischen Schulen sich grundlegend ändern.“
des
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein