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Eine Woche lang lernen französische Azubis das Handwerk in saarländischen Betrieben

Diese Woche durfte der französische Lehrling Maxime Gauchet (rechts) dem Anlagenmechaniker Noël Gerné über die Schulter schauen. Foto: Oliver Dietze</p>

Diese Woche durfte der französische Lehrling Maxime Gauchet (rechts) dem Anlagenmechaniker Noël Gerné über die Schulter schauen. Foto: Oliver Dietze

Kurz vor 7.30 Uhr herrscht reges Treiben auf dem Parkplatz der Elektro-Firma HSE Alexander Loew in Saarbrücken . Anlagemechaniker Noël Gerné packt den Transporter für die sieben Einsätze, die heute bei Kunden anstehen. Mit dabei ist auch Maxime Gauchet aus Avranches in der Normandie. Der 18-Jährige hat im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) und der Handwerkskammer de la Manche in Coutance in der Normandie die ganze Woche im Saarbrücker Betrieb verbracht. Gauchet spricht zwar kein einziges Wort Deutsch, war dennoch sofort an den Austausch interessiert. „Es geht mir vor allem darum, eine neue Organisation der Arbeit und auch handwerklich etwas Neues zu lernen“, sagt der Lehrling. Bei HSE Loew ist für ihn tatsächlich viel neu. „Es ist ein großes Unternehmen mit sehr vielen Baustellen und vielen Mitarbeitern. Ganz anders als in meinem Lehrbetrieb, wo wir nur zu dritt mit zwei Sprintern arbeiten“, sagt Gauchet und blickt auf den großen Fuhrpark auf dem Parkplatz.

Der Franzose hat bereits eine Lehre als Elektriker hinter sich. Zurzeit arbeitet er an seinen Gesellenbrief zum Installateur. Von Noël Gerné lernt er beim Austausch von Öl- auf Gaskesseln oder beim Einsetzen von Verbindungssystemen auch neue Handhabungen. „Wenn man hier Leitungen verlegt, werden die Rohre gepresst. In Frankreich wird das immer weniger gemacht“, beschreibt Gerné. Er ist mit dem Austausch-Lehrling sehr zufrieden. „Man sieht, dass er sich wirklich dafür interessiert. Wenn etwas fehlt, merkt er das sofort. Die Handgriffe sitzen schon mal. Man sieht, dass er Handwerker ist.“

Und wenn ein Vorgang mehr Erklärung bedarf, fragt Maxime Gauchet bei Noël Gerné nach. Sprachprobleme gibt es nicht, denn Gerné ist ja Lothringer. Das Saarbrücker Unternehmen nimmt zum ersten Mal an dem Austausch der HWK mit der Normandie teil. Für Gerné, eine positive Erfahrung, die man durchaus wiederholen könnte.

Neben Maxime Gauchet sind auch zehn weitere Lehrlinge ins Saarland gekommen. Mit dabei sind ein Auto-Mechatroniker, ein Tischler, eine Friseurin, ein Bäcker, ein Konditor, ein Metallbauer, zwei Bäckereifachverkäuferinnen, ein Maurer und ein Feinmechaniker, die ihren Aufenthalt in Handwerksbetrieben saarlandweit verbringen. Während der Woche übernachten sie bei Gastfamilien. Neben der Arbeit stehen auch ein paar Ausflüge auf dem Programm. „Am besten hat mir der Spaziergang an der Saarschleife gefallen. Der Ausblick ist echt der Hammer“, erzählt Gauchet. Im nächsten Jahr folgt der Gegenbesuch, und saarländische Auszubildende werden wieder einige Tage in französischen Handwerksfamilien verbringen. Für Maxime Gauchet geht's am Nachmittag bereits für eine kurze Zeit wieder über die Grenze. Drei der sieben geplanten Einsätze an der Seite von Noël Gerné finden in Lothringen statt.

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