A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Nonnweiler-Primstal Gefahr durch defektes Fahrzeug, gefährliche Situation in der Ausfahrt (06:22)

A1

Priorität: Sehr dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Einen Tag nach dem schweren Brand geht der Verkauf in der Metzgerei Konrad weiter

45 Feuerwehrleute waren am Mittwoch bei den Löscharbeiten in der Eisenbahnstraße im Einsatz. Foto: Robby Lorenz

45 Feuerwehrleute waren am Mittwoch bei den Löscharbeiten in der Eisenbahnstraße im Einsatz. Foto: Robby Lorenz

„Ich habe gehört, dass heute der Räucherschinken im Angebot ist“, witzelt ein Kunde. Auch an Tag eins nach dem Brand brummt der Laden in der Metzgerei Konrad in der Eisenbahnstraße. Doch nicht nur Lyoner , Braten und Schinken, sondern auch Stühle, Tische und Kisten voller Geschirr werden quer durch den Ladenraum auf die Straße getragen. „Einige Kunden sind bestimmt auch aus Neugierde gekommen“, sagt Elke Pelgen. Die Metzgereifachangestellte hat den Brand auf dem Dach eines kleinen Anbaus der Metzgerei am Mittwochnachmittag hautnah miterlebt, ist immer noch „völlig durch den Wind“, sagt sie. Trotzdem schneidet sie eifrig Wurst, lacht und scherzt mit den Kunden.

 

Dem Ladenraum ist kaum anzumerken, dass nur wenige Meter Luftlinie entfernt am Mittwoch noch meterhoch Flammen schlugen. Neben Polizei- und Rettungskräften rückten 45 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit elf Fahrzeugen an – für einen so großen Gebäudekomplex ist das die vorgeschriebene Mannschaftsstärke. Ausgebrochen ist es in einem Brandabzug der Räucheröfen und von dort in den Dachstuhl des Anbaus gezogen. „Eine vorsätzliche Brandlegung können wir damit ausschließen“, sagt Carmen Görlich, Sachgebietsleiterin des Kriminaldienstes Saarbrücken . Die Brandursache sei noch nicht ermittelt, den Schaden schätzt sie derzeit auf rund 80 000 Euro – mit Luft nach oben, sagt Görlich.

 

Zunächst war noch nicht einmal klar, ob die Metzgerei wieder öffnen kann – die Entscheidung traf Geschäftsführer Ralf Konrad erst am frühen Morgen. Jetzt steht er telefonierend hinter der Theke, der Schrecken des vergangenen Tages ist ihm deutlich anzumerken. „Wenn der Gutachter nicht bald kommt, fange ich an, das Dach zuzumachen“, sagt er. „Für den Nachmittag ist kübelweise Regen angesagt.“ Der Brandgutachter muss entscheiden, ob das Dach komplett abgerissen werden muss. Doch die Handwerker sind bereits bestellt, sollen das völlig ausgebrannte Dach am Nachmittag provisorisch abdichten.

 

Der Dachstuhl ist komplett zerstört, darunter befinden sich ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter, ein Büroraum und die Küche, in der das Mittagessen zubereitet wird. Rauchgeruch hängt in der Luft, Möbel sind durchnässt, am Boden sind Löschwasserpfützen und Schaumreste. Mitarbeiter packen Kisten, tragen Möbel nach draußen: Alles landet auf dem Müll. Die Decke hängt herunter, ist teilweise weggeschmolzen. „Das Mittagessen fällt jedenfalls heute aus“, sagt Konrad. Und nicht nur das: Die gesamte Produktion liegt brach. Zwar hat es im Hauptproduktionsraum des Unternehmens nicht gebrannt. Doch da er unter dem Anbau liegt, riecht es auch hier nach Rauch. „Wir müssen erst einmal Elektrik und Hygiene wiederherstellen“, sagt Ralf Konrad.

 

Die Wurst, die vorne im Ladenraum verkauft wird, stammt aus den Kühlhäusern. Höchstens zwei Tage halten die Vorräte noch, schätzt Konrad. Deshalb sucht er nun nach alternativen Produktionsstätten. „Wir brauchen eine Metzgerei, deren Kapazität nicht ausgelastet ist“, sagt Konrad. „Wenn wir heute noch was finden, könnten wir die ganze Nacht durchproduzieren.“ Ohne den Einsatz der Mitarbeiter sei all das gar nicht zu bewältigen: Einige von ihnen waren bis spätabends vor Ort und seit gestern Morgen um fünf Uhr wieder im Einsatz. Sie sind mit dem Schrecken davongekommen, ein Angestellter sei aber vorsorglich untersucht worden. „Im Moment läuft es eigentlich ganz gut“, sagt Mitarbeiterin Sylvia Probst. „Zum Glück sind wir ein eingespieltes Team.“  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein