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Einkaufen im Saarland: So soll es weitergehen

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Die zunehmende Zahl an Einkaufsgalerien im Saarland und in den Nachbarregionen erhitzte die Gemüter auf dem ersten Handelskongress in der Congresshalle. Veranstaltet vom Landesverband Einzelhandel und Dienstleistung, dem Saar-Wirtschaftsministerium, der IHK sowie dem Institut für empirische Wirtschaftsforschung.

Das Geld könne nur einmal ausgegeben werden, betonte Joachim Zentes, der als „saarländischer Handelspapst“ gilt. Shopping-Center in Saarbrücken, Neunkirchen, demnächst auch in Homburg, Kaiserslautern sowie Trier nähmen sich gegenseitig Kunden weg. Das müssten auch die Betreiber solcher Galerien endlich einsehen. Sie gefährdeten zudem viele Arbeitsplätze im übrigen Einzelhandel, so Zentes als Chef des Instituts für Handel und Internationales Marketing. Die Shopping-Center-Aktivitäten auf französischer Seite seien in diesen Betrachtungen noch nicht einmal enthalten. Offensichtlich das richtige Stichwort für Hans E. Agostini, Präsident des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistung. Allein das geplante Shopping-Center Homburg werde über eine Verkaufsfläche von über 18.000 Quadratmeter verfügen, während der gesamte Homburger Einzelhandel heute auf 26.000 Quadratmeter komme und die Stadt jetzt schon zahlreiche Leerstände verkraften muss.

Die Abnahme der Bevölkerungszahl an der Saar von heute rund einer Milllion Menschen auf nur noch 750.000 im Jahr 2050 werde ebenfalls von vielen Entscheidern vergessen. Wie also soll der Einzelhandel diese Herausforderungen annehmen? Als eine der Antworten fiel der Begriff „Seniorisierung“, da gleichzeitig die Bevölkerung immer älter wird. Der Handel müsse mit maßgeschneiderten Angeboten reagieren, wobei das Internet eine wesentliche Rolle spiele. Etwa durch die Möglichkeit, sich Waren beim örtlichen Lebensmittel-, Schuh-oder sonstigen Händler vorab zu bestellen, mit dem Auto vorzufahren und die Waren auf dem Parkplatz gegen Bezahlung an speziellen Zahlstationen bereits fertig verpackt abzuholen. Diese Verkaufsform nutze kleinen wie großen Betrieben. Globus etwa wird in wenigen Tagen mit einem solchen Test starten.

Stefan Holl von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung in Ludwigsburg, stellte derartige neue Handelsformen vor. Eine der wichtigsten Voraussetzungen zum künftigen Erfolg des Einzelhandels sei eine ganzheitliche Städteplanung, die dem Einzelhandel gute Bedingungen bietet, aber auch das Umfeld verbessert. Durch bessere Erreichbarkeit mit Bus und Bahn, attraktive Parkgebühren, Verschönerung der Innenstädte zum längeren Verweilen, bessere Verzahnung zwischen Einzelhandel und Gastronomie auch an Abenden, einheitliche Öffnungszeiten.

Dem Trend, dass Filialisten wieder stärker in die Innenstadt drängen, solle man nicht generell negativ gegenüberstehen. Das bringe mehr potenzielle Kunden. Klaus Lorig, Präsident des saarländischen Städte- und Gemeindetages, will die Zahl der Billigläden sowie Spielhallen begrenzt wissen. Die schadeten auch dem Einzelhandel.
IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch plädiert neben ganzheitlicher Städteplanung für mehr Kooperation der Städte. Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) hält etwas ganz anderes für vorrangig: Mehr Sauberkeit in der City.




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