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Einkaufen ohne Verpackungen: Jungunternehmer wollen Unverpackt-Laden eröffnen

Alles ist lose und garantiert unverpackt. Müsli , Kaffee , Mehl oder Reis - im Trierer Laden von Sebastian Würth und Stephanie Lampe füllt sich jeder das ab, was er haben will. Und zwar in sein selbst mitgebrachtes Gefäß oder Baumwollsäckchen. Seit Ende April gibt es den Laden „Unverpackt“ in Trier. Jetzt wollen die Jungunternehmer nach Saarbrücken expandieren.

 

„Die Planung steht ja schon. Das Was und das Wie können wir eigentlich eins zu eins aus Trier übernehmen. Fehler, die uns vorher passiert sind, können wir jetzt ausmerzen“, erzählt Sebastian Würth. Zum Beispiel würden sie sich keinen Kühlschrank mehr kaufen, sondern direkt eine Kühlparzelle. „Wir haben gesehen, wie es in Trier läuft, und es wird gut angenommen. Saarbrücken ist größer, und die ersten paar Wochen haben uns gezeigt, dass es schon einen großen Andrang gibt“, meint der 22-jährige. In Trier hätten sie angefangen, da dort Bioläden sehr gut angenommen werden. Zudem kämen auch viele Luxemburger, die Wert auf Qualität und Regionalität der Lebensmittel legen. Sein Wissen hat Sebastian Würth aus seiner Ausbildung bei einem kleinen Musikalienhandel und seinem BWL-Studium bei einer großen Einzelhandelskette. Dort habe er auch gesehen, wie viel Müll es gibt und was für Mengen an Lebensmitteln weggeschmissen werden. „Das hat mich angeekelt“, erinnert sich Würth. Kurzerhand beschloss er mit seiner Freundin, einen Unverpackt-Laden zu eröffnen.

 

Ähnliche Konzepte gibt es bereits in größeren Städten wie in Mainz, Leipzig oder Berlin, warum also nicht auch in Trier? Die Finanzierung ließ sich zum großen Teil über Crowdfunding organisieren. Man kann sich online „Dankeschöns“ gegen Geldbeträge kaufen. Beispielsweise bekommt der Unterstützer Einkaufsgutscheine, Jutetaschen oder kann sogar für 100 Euro ein Produkt auf den eigenen Namen taufen lassen.

 

Mit regionalen Händlern haben die beiden bereits Kontakt aufgenommen. Eier aus Biringen oder Kaffee aus Schwalbach werden im Laden in Saarbrücken stehen. „Nicht alle wollen ihre Produkte unverpackt abgeben. Je größer die Firma ist, desto unflexibler agieren sie, das ist uns aufgefallen. Es sind eher die kleinen Hersteller, wo der direkte Kontakt zum Chef besteht“, erzählt Würth.

 

„Der Kaffee aus Schwalbach wird nach der Röstung in große Metalleimer abgefüllt. Die Metalleimer kommen dann direkt zu uns, und wenn sie leer sind, geben wir sie zurück, und sie werden wieder befüllt.“ Dadurch, dass man nicht für die Verpackung oder Imagekampagnen zahle, seien die Produkte sogar gar nicht so teuer, auch wenn es sich meistens um Bioprodukte handele. Über die Hälfte kommt aus der Region, sogar eine Zahnbürste hätten sie aus der Nähe von Trier. Bei vielen Waren, beispielsweise bei Toilettenpapier oder Zahnpasta, müsse man aber weitere Wege in Kauf nehmen, aber auch die gebe es unverpackt.

 

Sebastian Würth kann sich vorstellen, auch noch weitere Läden zu öffnen: „Wenn man etwas erreichen will, muss man den Leuten auch die Möglichkeit geben“. Nun hofft das Team in Saarbrücken auf Unterstützung bei der Crowdfunding-Kampagne, an der gerade gearbeitet wird, um dann bereits in drei bis vier Monaten einen Laden renovieren und einrichten zu können.

 

unverpackt.saarland

 

 
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