L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Eis auf der Saar bedroht Schifffahrt

Saarbrücken. Noch ist auf der Saar alles normal. Zur Schleuse Rehlingen kommt an diesem sonnigen kalten Tag flussaufwärts das niederländische Schiff „Anna-Maria“, das 2814 Tonnen Eisenerz für die Dillinger Hütte geladen hat. Langsam schiebt sich der 11,40 Meter breite und 140 Meter lange Frachter in die Schleusenkammer, die gerade mal 60 Zentimeter breiter ist als das – für Saar-Verhältnisse – kolossale Schiff. Aber es geht, die „Anna-Maria“ zwängt sich binnen weniger Minuten in die Schleuse, die sie in knapp einer Viertelstunde mittels 20.000 Kubikmetern Saarwasser rund 8,5 Meter in die Höhe hievt und ihr somit die Zufahrt zum Dillinger Hafen ermöglicht. Trotz einer Außentemperatur von minus drei Grad in der noch eisfreien Schleusenkammer ist fast alles normal. Aber nur fast.

Denn, darauf weist Heinz-Werner Simson, der stellvertretende Chef des Wasser- und Schifffahrtsamts Saarbrücken hin, „die Schwimm-Poller sind schon eingefroren“. Die Schwimm-Poller, das sind in Schienen flottierende Halte-Vorrichtungen, an denen die Schiffe vertaut werden und die „normalerweise“ mit dem Wasserstand in der Schleusenkammer klettern oder fallen. Bloß jetzt nicht mehr. Sie sind festgefroren, seit Mittwoch, als das Thermometer erstmals unter minus zehn Grad gesunken ist.

Dass es Probleme für die Schifffahrt geben könnte, sieht man schon entlang der Saar, die inzwischen an Orten zufriert, wo man dies nicht erwartet hätte, etwa in Saarbrücken. Und was durch die aktuelle Frostperiode tatsächlich auf die Saar-Schifffahrt zukommt, weiß man noch nicht. Immerhin werden täglich bis zu 20 Frachtschiffe geschleust, die im Wesentlichen die Hütten und die Kraftwerke mit Kohle, Erz und Schrott versorgen und auf ihrer Rückfahrt Richtung Rotterdam häufig Bleche und Halbzeug für Adressaten in Übersee mitnehmen. Vier Millionen Tonnen werden bisher über die Saar transportiert, Tendenz steigend, seit ein großer Teil der Kraftwerkskohle auch auf dem Wasserweg herangeführt wird.

Im Januar 1997 kam letztmals der Frachtververkehr auf der Saar wegen Eis zum Erliegen. Damals hatte Treibeis drei Wochen lang die Schleusen auf der Saar und der Mosel blockiert. Als dann das Tauwetter einsetzte und die Mosel stärkere Wassermassen heranführte, kam es zu einem größeren Problem: Weil sich das Treibeis, so die Schilderung von Simson, an einer Staustufe auftürmte, staute sich dahinter auch das Wasser und überflutete schließlich die Ortschaft St. Aldegund. Seither weiß man allerdings, dass man das Treibeis auf zugefrorenen Flüssen stets von unten her aufreißen muss, wenn man einen gefährlichen Rückstau vermeiden will.
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